Zuversicht und Glaube

Zuversicht und Glaube unterstützen die Heilung

Jeder Mensch besitzt von Natur aus Selbstheilungskräfte, die man auch als „körpereigene Apotheke“ bezeichnen könnte. So verheilen beispielsweise in der Regel problemlos Schnitt- und Schürfwunden sowie Knochenbrüche, gesundes Gewebe bildet sich nach. Nach dem Heilungsprozess sehen die betroffenen Stellen (von einigen Narben abgesehen) wieder genauso aus wie vorher. Tatsächlich ist unser Körper ziemlich hart im Nehmen, er verzeiht uns viel! Er baut Gifte ab, produziert Fieber und schickt Armeen von Immunzellen los, wenn es darum geht, Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Auch Zuversicht und Glaube unterstützen die Heilung und spielen eine wesentliche Rolle. Sie unterstützen die Genesung und sorgen dafür, dass Menschen sich in vielen Fällen auch von schweren Erkrankungen erholen können. Beide Begriffe können auch unter dem Begriff „Hoffnung“ zusammengefasst werden.

Diese wunderbare Gabe, Hoffnung in gesundheitliche Heilungsprozesse einfließen zu lassen, ist evolutionär bedingt und erhöht bei uns Menschen unsere Überlebenschancen.

Hoffnung

Erhält ein Mensch eine Diagnose über eine schwere Erkrankung, so ist es im ersten Moment zunächst schwierig, zuversichtlich zu sein. Man ist damit beschäftigt, die niederschmetternde Botschaft zu verarbeiten. Doch dauert es meist nicht lange und die Gefühle schwenken um – das ist dann der Moment, in dem wir beginnen, für uns nach Lösungen und Auswegen zu suchen. Im Kopf entstehen neue Bilder, wir schaffen uns fiktive Szenarien von einem guten Ausgang der Geschichte. Wir sprechen uns Mut zu: „Alles wird gut!“ Hoffnung ist da! Zuversicht und Glaube unterstützen also die Heilung!

Wir brauchen Hoffnung – also Zuversicht und Glaube – denn Hoffnung hat einen sehr großen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen – wie es uns geht.

Kommunikation

Ein spannendes Ergebnis liefert uns hierzu eine Studie der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. In dieser Studie wurden Patienten mit Schmerzen behandelt. Das Resultat war erstaunlich! Heraus kam hierbei, dass Schmerzmittel doppelt so wirksam sind, wenn Patienten wissen, dass ihnen Schmerzmittel verabreicht werden.

Gab man Patienten die Information, dass sie kein Schmerzmittel erhalten (und es ihnen aber dennoch ohne ihr Wissen verabreichte), blieben die Schmerzen tatsächlich bestehen. Die Patienten fühlten sich, als hätten sie gar kein Schmerzmittel erhalten. Unsere Psyche ist letztendlich der Schlüssel zu unserem Empfinden!

Glaube versetzt buchstäblich Berge

80 Prozent der Genesung kommen über unsere Selbstheilungskräfte, lediglich 20 Prozent basieren auf Arzneimittel. Dieses enorme Selbstheilungspotential schlummert in jedem von uns – wir müssen es nur wecken.

Die wertvollste Arznei, die ein Arzt seinem Patienten verabreichen kann, ist eine zugewandte und positive Kommunikation! Ein Patient wird sich in besten Händen fühlen, schenkt der Arzt ihm Zeit, Hoffnung (und Freundlichkeit), beispielsweise in einem guten Gespräch. Allein die Zugewandtheit erzeugt im Patienten ein Gefühl der Zuversichtlichkeit: „Hier bin ich gut aufgehoben, hier kümmert man sich um mich!“

Würde ein Arzt seinem Patienten fast wortlos eine Schachtel Tabletten in die Hand drücken und schnell wieder aus dem Behandlungszimmer verschwinden, könnte das am Ende die Erkrankung nur noch verschlimmern, etwa dann, wenn der Patient sich vollkommen verloren fühlt.

Erfahren Patienten Zuspruch und Zugewandtheit, gewinnen Sie an Zuversicht und Glaube und können ihre Erkrankung leichter besiegen.

Sind wir in der Lage, Zuversicht und Glaube unterstützend zur Heilung zu erlernen?

Aber sicher! Wir können unser Denken selbst beeinflussen und auswählen, wohin wir unsere Gedanken lenken wollen. Viele Menschen denken leider äußerst negativ und sind nur wenig optimistisch. Diese Art des negativen Denkens ist meist anerzogen und antrainiert. Solange man nicht mit Depressionen zu kämpfen hat, ist es uns möglich, unsere Gedanken in positive Bahnen zu lenken. Zum Beispiel durch den Glauben an einen guten Ausgang des Ganzen!

Faktor Sinnhaftigkeit

Ein sinnerfülltes Leben beugt chronischen Erkrankungen vor und wirkt tatsächlich lebensverlängernd. Wie kommt das? Menschen, die ihren wahren Interessen mit Enthusiasmus nachgehen und weitestgehend selbstbestimmt leben, sehen einen anderen Sinn im Leben, als Menschen, die eher fremdbestimmt leben und hierdurch oft missmutig durchs Leben geben. Wer in seiner Existenz und in seinem Handeln einen tieferen Sinn erkennen kann, lebt ausgeglichener und glücklicher – die ideale Basis für Zuversicht im Leben.

Füllen Sie Ihr Leben mit positiven Dingen

Was können Sie selbst tun, um mehr Zuversicht und Glaube in Ihr Leben einzuladen? Werden Sie positiver und optimistischer; je mehr positive Aktivitäten Sie begehen, umso mehr steigern Sie Ihre Lebensqualität. Machen Sie die Dinge, die Ihnen Freude bereiten, besinnen Sie sich auf ihre wahren Interessen und „blühen Sie auf“!

Seien Sie gesellig

Interaktionen mit anderen Menschen steigern unser Wohlbefinden. Ein kleiner Schwatz mit der Nachbarin, ein kleiner Smalltalk mit der Marktfrau – tauschen Sie sich aus! Finden Sie Bekanntschaften und neue Freundschaften mit den gleichen Interessen wie Sie, z. B. über einen Kurs in der Volkshochschule.

Seien Sie hilfsbereit

Menschen zu helfen hilft nicht nur den Geholfenen – Helfer erhalten hierbei unglaublich viel zurück! Jemandem zu helfen schenkt uns selbst das Gefühl, wertvoll zu sein und gebraucht zu werden. Hierfür reichen bereits Kleinigkeiten aus – eine aufgehaltene Tür beispielsweise – oder eine freundliche Wegbeschreibung. Machen Sie es doch einfach wie die Pfadfinder: Jeden Tag eine gute Tat!

Spieleabende!

Es macht unglaublich viel Spaß, sich regelmäßig zu Spieleabenden zu treffen, ob zum Scrabble, Canasta oder Skat. Man trifft sich in froher Runde – und tritt in einen kleinen Wettbewerb, das stachelt das Selbstwertgefühl ganz schön an!

Neugier

Bleiben Sie stets neugierig und probieren Sie immer wieder neue Dinge aus. Fotografieren Sie, malen und zeichnen Sie, werden Sie kreativ. Oder forschen Sie, besorgen Sie sich ein Mikroskop und entdecken Sie völlig neue Welten.

Spiritualität

Meditieren Sie, entdecken Sie sich selbst. Wenn Sie religiös sind, dann führen Sie Zwiegespräche der Hoffnung und Zuversicht mit Gott. Suchen und finden Sie Ihren Platz im Universum. Wo gehören Sie hin, wo fühlen Sie sich sicher und geborgen?

Sport und Bewegung

Sport ist hervorragend für die Seele! Körperliche Bewegung befreit und setzt Glückshormone frei. Mit Sport, z. B. Yoga, trainieren Sie auch gleichzeitig Ihre Zuversicht. Sollte es einmal zu Stürmen im Leben kommen, bleiben Sie immer in der Hoffnung, dass am Ende alles wieder gut wird.

Seien Sie präsent

Bei allem, was Sie tun, tun Sie es bewusst und werden Sie sich dabei Ihrer selbst gewahr. Machen Sie nichts einfach nur nebenher, sondern tauchen Sie in alles ein, was sie gerade tun – ob Sie Skat spielen, Yoga machen, beten oder Ihre Welt erforschen. Kosten Sie den Moment aus und genieße Sie all die positiven Gefühle, die hierdurch entstehen.

Lassen Sie jeden Tag Revue passieren

Führen Sie eine Art Tagebuch bzw. ein Dankbarkeitstagebuch, beispielsweise in Form eines großen Taschenkalenders. Notieren Sie täglich Ihre positiven Erlebnisse und halten Sie diese in Ihrer Erinnerung fest. Was ist Ihnen Schönes widerfahren, wer har Ihnen Gutes getan? Wofür können Sie sogar dankbar sein?

Wir neigen ja mitunter dazu, uns eher an negative Erlebnisse zu erinnern, die positiven Ereignisse im Alltag aber schnell ad acta zu legen. Darum: Schreiben Sie am Abend auf, was der Tag Schönes für Sie bereitgehalten hat. Und gab es ein negatives Erlebnis, dann geben Sie ihm im Nachhinein eine positive Wendung – Ihr persönliches Happyend. Sie haben die schriftstellerische Freiheit hierzu!

Ihr Denken wird sich anschließend nach und nach verändern, Sie werden hieraus Zuversicht und Hoffnung schöpfen!

“Scheitern” gibt es nicht

Und zu guter Letzt noch ein Tipp: Falls im Leben mal etwas schiefgehen sollte, es gibt kein Scheitern! Was wir als Scheitern bezeichnen, sind in Wahrheit nur Umwege, die wir gehen – und Umwege erhöhen bekanntlich die Ortskenntnis.

Gehen Sie stets positiv durchs Leben und beobachten Sie, wie sich plötzlich ihre Umwelt verändert und auch die Menschen um Sie herum viel zuversichtlicher werden, denn das färbt ab – und kommt auf diese Weise zu Ihnen zurück.

Bleiben Sie gesund – und immer optimistisch!

Bis zum nächsten Mal!

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