Wäscheleine mit Wäsche

Wo überall tierische Produkte drinstecken

Wenn Sie an tierische Produkten denken, fallen Ihnen bestimmt zunächst einmal Lebensmittel aus der Fleisch-, Fisch- oder Milchproduktion ein. An zweiter Stelle denken Sie wahrscheinlich an Bekleidungsgegenstände, wie, z. B. Schuhe, Jacken, Lederbekleidung, etc.

Vermutlich kommen Sie nicht gleich auf die Idee, dass sich tierische Produkte in einer weitaus breiteren Produktpalette verstecken? Man glaubt es kaum, aber die Liste ist sehr lang. Möchten Sie gezielt auf tierische Produkte verzichten, so werden Sie staunen, wo diese sich überall verstecken. In diesem Blog geht es um die Dinge des täglichen Gebrauchs. Dinge, die man häufig verwendet; meist ohne sich dessen bewusst zu sein, was eigentlich in ihnen steckt!

Schöne weiche Wäsche

Die meisten Menschen mögen es kuschlig auf der Haut und benutzen Weichspüler für ihre Wäsche. Er soll zudem die Wäschefasern schonen und macht die Kleidung angenehm weich, damit sie sich gut auf der Haut anfühlt. Natürlich soll die Wäsche auch duftig riechen, wenn sie aus der Waschmaschine kommt. Was auf den ersten Blick so schön nach „Mandelblüte“ oder „Sommertraum“ klingt, besteht in Wahrheit zu einem gewissen Teil aus Schlachtabfällen. Sie haben richtig gelesen.

In vielen Weichspülern verbergen sich kationische Tenside, welche aus dem Talg von Schlachtabfällen gewonnen werden. Im Weichspülgang legt sich der Talg um jede einzelne Faser Ihrer Wäsche und macht sie geschmeidig und angenehm weich. Für Allergiker kann der Talg zum Problem werden. Er lagert sich in der Waschmaschine in der Trommel, an den Seitenwänden und im Abwasserschlauch als Fettfilm ab. Hier bietet er Keimen wie Pilzen und Bakterien als Biofilm einen exzellenten Lebensraum; man bemerkt dies, wenn die Waschmaschine anfängt, unangenehm zu riechen.

Veganes Label

Möglicherweise haben Sie sich schon einmal gewundert, wieso ausgerechnet auf einigen Produkten der Warengruppe Wäschepflege und Haushaltsreinigung das Label „Vegan“ zu finden ist? „Vegan“ bezieht sich nicht nur auf Lebensmittel, sondern umfasst so ziemlich alle Warengruppen des Handels. Schnell kann man zu dem Schluss gelangen, dass viele Produkte der Warengruppe Non-Food mit Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs produziert werden – was letztendlich auch so ist. Für viele Produkte dieser Gruppe sind bereits hervorragende Alternativen mit dem Label „Vegan“ auf dem Markt erhältlich. Ein genauerer Blick ins Ladenregal lohnt sich also in jedem Fall.

Schönes Haar?

Leider finden sich in vielen Shampoos und Spülungen sowie weiteren Haarpflegeprodukten häufig Nerzöl oder Pferdemark wieder. Beide Inhaltsstoffe sollen das Haar geschmeidig und leichter kämmbar machen. Nerzöl ist ein Nebenprodukt der Pelzindustrie, Pferdemark wird aus dem Rückenmark von Pferden gewonnen. Auch hier gibt es bereits gute Alternativen, die gänzlich ohne tierische Zutaten auskommen.

Snacks und Knabbereien

Greifen Sie zum Feierabend gerne mal zu knusprigen Chips oder genießen Sie einen Erdbeerjoghurt? Achten Sie beim nächsten Einkauf doch einmal auf den Zusatzstoff E120. E120 steht für echtes Karmin und besteht aus zerriebenen Schildläusen, die auch in Süßigkeiten und Lippenstiften für die satt-rote Färbung sorgen. Zu finden auch täglich auf vielen frischen Frühstücksbrötchen – in Form von roter Marmelade oder Konfitüre.

Nicht gerade appetitanregend mutet die Tatsache an, dass sich in vielen Backwaren Federn und Schweineborsten verstecken. Aminosäure-L-Cystein wird in Backstuben gerne eingesetzt, um das Mehl besser kneten zu können …

Zähneputzen nicht vergessen!

Wenn Sie sich nun nach Ihrer süßen Mahlzeit anschließend pflichtbewusst die Zähne putzen, so sind Sie auch hier nicht vor tierischen Bestandteilen sicher. Einige Zahncremes beinhalten Knochenmehl, es dient als schleifender Putzkörper, der Ihre Zähne gründlicher reinigen und glätten soll.

Seide

Auch die im Sommer gerne getragene feine Seide ist ein Produkt tierischen Ursprungs. Die kostbare Faser wird von der Raupe des Seidenspinners produziert. Um das Produkt zu „ernten“, werden die Seidenkokons in kochendes Wasser gegeben, was das Ende für die Raupen bedeutet. Um ein Kleid aus echter Seide herzustellen, benötigt man ca. 50.000 Kokons … Möchten Sie auf eine vegane Option zurückgreifen, so bietet beispielsweise Lyocell aus Eukalyptus eine gute Alternative, ebenso Sojaseide aus den Fasern der Sojapflanze.

Stichwort Mobilität

Für viele Menschen ist Mobilität heute ein immens wichtiger Faktor. Ob Sie nun mit dem Auto oder per Fahrrad unterwegs sind, eine solide Bereifung brauchen Sie fürs Vorwärtskommen in jedem Fall! Viele Auto- und Fahrradreifen enthalten als Zusatzstoff Stearinsäure, hergestellt aus (Sie ahnen es bereits) tierischen Fetten. Möchten Sie auch hier möglichst auf tierische Produkte verzichten, so lohnt es sich, beim jeweiligen Reifenhersteller die Zutatenliste zu erfragen.

Vegane Elektronik?

Sie sitzen gerade entspannt vor Ihrem Notebook oder lesen meinen Blog via Smartphone? Tierische Bestandteile können auch in Bauelementen von technischen Geräten stecken.  So findet sich tierisches Cholesterin, gewonnen aus Zellmembranen von Tieren, in vielen LCD-Bildschirmen. Beispielsweise in Notebooks, Smartphones, TVs und Kameradisplays. „Okay“, sagen Sie jetzt vielleicht, „dann hole ich eben meine alte Rollfilmkamera vom Dachboden und fotografiere wieder Old School …“

Doch auch wenn Sie Rollfilme für Ihre unverwüstliche alte Kamera kaufen, sollten Sie wissen, dass in der analogen Fotografie Gelatine zum Einsatz kommt, als Schicht auf Negativ und Fotopapier.

Zum Schluss ein „Gläschen in Ehren.“

Es scheint erstaunlich, dass manche Fruchtsäfte und sogar Weinflaschen auch mit „Vegan“ gelabelt werden. Man sollte meinen, dass Fruchtgetränke doch eigentlich frei von tierischen Produkten sein sollten? Einige Winzer und Mostereien setzen hingegen tierische Klärmittel ein, um ihr Produkt von trübenden Schwebeteilchen zu befreien. Hierbei kommen tierische Bestandteile wie Fischblasen, Gelatine vom Schwein, Knorpel, Sehnen und Knochen zum Einsatz. Am Ende steht dann das klare Getränk. Auf dem Etikett braucht dies nicht extra deklariert zu werden, weil diese Substanzen nach der Produktion wieder entfernt werden. Auch hier lohnt es sich, auf das vegane Label zu achten oder im Unternehmen nachzufragen.

Einige weitere tierische Inhaltsstoffe
  • Gelatine: Wird verwendet in Fruchtgummi wie Gummibärchen, aber auch in Shampoo, weiteren Pflegeprodukten und in der Fototechnik. Gewonnen wird Gelatine aus Haut, Sehnen und Knochen von Tieren.
  • Guanin: Findet Anwendung in dekorativer Kosmetik, wie Lidschatten, Puder, Nagellack etc. Guanin wird aus Fischschuppen gewonnen und sorgt für Glitzereffekte.
  • Glycerin: Ein Inhaltsstoff bei Seife, Creme und vielen weiteren kosmetischen Pflegeprodukten. Glycerin spendet Feuchtigkeit und wird in der Regel aus Rindertalg gewonnen.
  • Lanolin: Wird aus dem Sekret der Talgdrüsen von Schafen gewonnen. Lanolin kommt besonders in Pflegeprodukten für Säuglinge oder bei trockener Haut zum Einsatz.
  • Keratin: In Shampoo und Haarpflegeprodukten. Es wird gewonnen aus zermahlenen Hufen, Hörnern und Federn.
Fazit: Lesen Sie das Kleingedruckte!

Es ist im Alltag also nicht so einfach, bewusst auf tierische Produkte zu verzichten, weil sie sich überall verstecken können. Auch dort, wo man es überhaupt nicht vermutet. Es lohnt sich somit in jedem Fall, die Deklaration jedes Produktes zu lesen und sich über die Inhaltsstoffe zu informieren. Möchten Sie Genaueres in Erfahrung bringen, können Sie mit dem  jeweiligen Hersteller in Kontakt treten. Möchten Sie ganz auf Nummer sicher gehen, dass sich in Ihrem Einkauf keine tierischen Produkte befinden? Dann halten sie beim Einkauf am besten gezielt Ausschau nach dem grünen V mit der kleinen Blume im gelben Kreis. Produkte mit dem Label „Vegan“ kommen tatsächlich ohne tierische Inhaltsstoffe aus. Bei Ihrer Wäsche können Sie somit künftig sicher sein, dass Ihr Weichspülprodukt auch wirklich ein „Sommerbouquet“ oder ein „duftiger Blütenzauber“ ist.

Bis zum nächsten Mal – und kommen Sie gut durch Ihre Woche!

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