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Waldbaden – die japanisches Kunst des Shinrin Yoku

Haben Sie schon einmal von Shinrin Yoku gehört? Wenn der Waldspaziergang mehr ist, als nur ein Spaziergang– und Sie den Wald buchstäblich mit allen Sinnen in sich aufnehmen? In diesem Blog geht es um das Waldbaden, der japanischen Kunst des Shinrin Yoku.

Wenn Sie mit allen Sinnen in den Wald eintauchen und Ihre Umgebung bewusst genießen können, sind Sie wahrscheinlich ein(e) Waldbademeister/in!

Einst unser natürlicher Lebensraum

Über Jahrtausende hinweg hat uns der Wald alles gegeben, was wir Menschen brauchten – ein Zuhause, Nahrung, Holz und frische Luft. Auch heute noch gehen wir gerne im Wald spazieren. Besonders im Herbst, wenn das Laub fällt und bei jedem Schritt unter den Füßen raschelt und die Luft nach frischen Pilzen duftet. Die Menschen joggen durch den Wald, machen Nordic-Walking, sie radeln; Familien begehen ihren Sonntagsspaziergang. Und dann gibt es noch die entschleunigten Waldfreunde, die Ruhe und Kraft aus Shinrin Yoku schöpfen – dem Waldbaden.

Genuss mit allen Sinnen

Mit Waldbaden ist weniger der Pflichtspaziergang durch den Wald auf der wöchentlichen To-do-Liste gemeint, sondern der bewusste Genuss. Wenn Sie im Wald sind, dann lassen Sie sich einmal mit allen Sinnen auf die Umgebung ein. Sehen, riechen, fühlen und schmecken Sie den Wald. Genießen Sie das Grün der Blätter; wenn es etwas windig ist, das Flüstern der Baumkronen im Wind. Streichen Sie mit ihren Händen über Moos, fühlen Sie den kühlen Tau, genießen Sie die heilsame Kraft der Natur. Eine besondere Schönheit geht von den Sonnenstrahlen aus, die sich ihren Weg durch das Blätterdach zum Waldboden bahnen.

Atmen Sie den Geruch von Moos und Baumharz ein, den Duft von Pilzen und Holz. Die frische Luft ist unglaublich gut für Gesundheit und Wohlbefinden, besonders nach einem frischen Regenschauer!

Und was ist Waldbaden?

Exakt das! Beim Waldbaden geht es darum, sich intensiv und entschleunigt auf den Wald einzulassen, quasi mit ihm „in Kontakt zu treten“, ihn bewusst zu spüren und wahrzunehmen. Während Sie bei einem Spaziergang oder beim Wandern ca. 5 km pro Stunde zurücklegen, kommen Sie beim Waldbaden in 5 Stunden eher 1 km vorwärts. Es geht nämlich nicht darum, von A nach B zu gelangen, sondern der Weg ist das Ziel beim Waldbaden. Es geht um Achtsamkeit und darum, im Wald zu sein. Sie atmen bewusst durch und nehmen die frische Waldluft in sich auf. Mit ihren Fingerspitzen berühren Sie beispielsweise Baumrinde, Laub und Farn. Sie entschleunigen und kommen zur Ruhe. Ihr Atem verlangsamt sich, Ihr Blutdruck senkt sich.

Klima im Wald

So ist das innere Klima des Waldes z. B. durch angenehm kühle Temperaturen gekennzeichnet, denn die Baumkronen mit ihren Blättern halten die Sonnenstrahlen größtenteils ab. Durch das Verdunsten von Wasser der Bäume ist die Luftfeuchtigkeit entsprechend hoch, das Atmen fällt leichter, besonders, wenn man aus der Stadt kommt. Die Bäume produzieren zudem Sauerstoff und Baumharz, das Waldklima ist würzig und angenehm.

Grün belebt Geist und Seele

Das Grün der Bäume wirkt auf uns Menschen ausgleichend und findet auch gern in der Naturheilkunde Anwendung. Es beruhigt die Nerven und wirkt stimulierend auf unser Immunsystem. Der Wald wirkt inspirierend, er kann den „Kopf frei machen“ und Platz für neue Ideen und Lösungen schaffen. Hier können Sie zu guten Ideen gelangen!

Ins Deutsche übersetzt bedeutet „Shinrin Yoku“, ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen. Die Japaner haben Waldbaden längst als festen Bestandteil in die Gesundheitsvorsorge integriert. Im Jahr 2007 wurde in Japan unter Dr. Qing Li die Gesellschaft für Wald-Medizin gegründet. Bereits in vielen Studien konnte nachgewiesen werden, dass regelmäßige Aufenthalte im Wald den Blutdruck senken und das Wohlbefinden steigern. Das Waldbaden reguliert den Puls und reduziert zudem die Stresshormone im Körper, es ist sogar in der Lage, die sogenannten „Killerzellen“ zur Bekämpfung von beispielsweise Krebs zu erhöhen und stärkt das Immunsystem. Warum das so ist, kann man erahnen – der Wald strahlt eine besondere Ruhe aus und erfrischt die Sinne mit seinem speziellen Klima.

Urwälder

In Deutschland gibt es glücklicherweise noch Urwälder, die nicht nur Wirtschaft und Holzindustrie dienen, sondern als Mischwald ihren ganz eigenen und besonderen Zauber besitzen. Wenn Sie im Harz auf den Nebenwegen zum Brocken hochlaufen, können Sie beispielsweise einen solchen Urwald erleben.

Im Ostseebad Heringsdorf auf Usedom ist vor einiger Zeit der erste europäische Kur- und Heilwald entstanden, das Gelände ist ca. 180 Hektar groß und bietet seinen Besuchern eine schöne Erfahrung des Waldbadens. Auch die Nachbarinsel Rügen bietet Besuchern um die Gegend der vorpommerschen Boddenlandschaft sowie um Jasmund einen wunderbaren Wald. Das Schöne ist, für Waldbaden brauchen Sie weder Sportgeräte noch besondere Kleidung. Sie brauchen auch kein Geld – Sie brauchen nur sich selbst und den Wald.

In ganz Deutschland gibt es Natur- und Nationalparks für die richtige Atmosphäre zum Waldbaden. Ein besonders schönes Beispiel bietet der Naturpark Kellerwald-Edersee in Hessen. Wenn Sie gerade im Urlaub sind und ihre freien Tage in Deutschland verbringen, besuchen Sie doch einen der zahlreichen Nationalparks. Probieren das Waldbaden aus.

Wohnen Sie in der Stadt, so können auch dicht bewachsene Parks eine Alternative sein.

Und möchten Sie nicht alleine in den Wald oder in den Park gehen, können Sie sich auch einer Gruppe von Waldbadenden anschließen. Zu guter Letzt: Deutschland ist waldreicher als man glaubt! Eine wirklich übersichtliche Karte für Ihr nächstes Waldbad finden Sie hier, bei GEO.

Bis zum nächsten Mal, genießen Sie die Zeit!

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