Pferde leiden für Schweinefleisch

Doppelte Tierquälerei: Pferde aus Südamerika leiden für die Schweinefleisch-Produktion

Nicht nur Schweine müssen großes Leid für die Produktion von Schweinefleisch ertragen, sondern auch Pferde. Denn aus dem Blut trächtiger Stuten südamerikanischer Pferdeblut-Farmen gewinnen europäische Pharmakonzerne Hormone, die für die Schweinemast in der EU eingesetzt werden. Die Hormone kurbeln die Ferkelproduktion auf unnatürliche Weise an. Tierschützer der Animal Welfare Foundation fanden heraus, dass die Pferde für das Geschäft mit ihrem Blut große Qualen erleiden müssen.

Grausame Pferdeblut-Farmen

Denn die Art und Weise der Blutgewinnung ist in vielen südamerikanischen Betrieben äußerst grausam. Zunächst werden die Tiere durch Schläge und Elektroschocks in die Zellen getrieben. Die Blutmengen, die den Pferden dort abgenommen werden, sind extrem hoch. Bis zu 10 Liter Blut innerhalb von 10 Minuten werden den Pferden abgezapft. Dies ist etwa ein Viertel ihres gesamten Bluts.

Das regelmäßige Abzapfen in großen Mengen und erneute Schwängern der Stuten entkräftet die Tiere immer mehr. Flüssigkeitsverlust, Mangel an roten Blutkörperchen und Proteinen schwächt ihre Immunabwehr. Sie leiden unter Erschöpfung, haben kaum noch Fleisch auf den Rippen und erleiden Fehlgeburten. Schließlich brechen die Stuten zusammen und sterben. Oder werden, weil sie nicht mehr „rentabel“ sind, EU-zertifizierten lokalen Schlachthöfen ausgeliefert. 30 % der Stuten sterben jährlich durch den grausamen Umgang. Und das nur für die Massenproduktion von Schweinefleisch!

„Optimierung“ der Ferkelproduktion

Die Pharmakonzerne stellen aus dem Blut das Hormonpräparat PMSG (Pregnant Mare Serum Gonadotropin) für konventionelle Schweinebetriebe her. Hierbei handelt es sich um Geschlechtshormone, die nichtschwangeren Zuchtsauen verabreicht werden. Bei Jungsauen führt dies zu einer früheren Geschlechtsreife. Muttertiere werden schneller wieder trächtig.

Die Natur hat es eigentlich so eingerichtet, dass eine Sau nach dem Austragen eines Ferkels nicht gleich wieder trächtig werden kann. So kann sie sich erstmal wieder erholen und zu Kräften kommen. Doch in der Schweinemast geht es darum, möglichst viele Ferkel bzw. Schweinefleisch zu „produzieren“. So wird die Sau nach der Geburt ihres Ferkels durch die Hormongabe schneller wieder brünstig.

Dies erleichtert die Steuerung der Abläufe in den Ställen: Die Säue werden zur gleichen Zeit brünstig, können dadurch gleichzeitig besamt werden, gebären gleichzeitig und die Ferkel werden gleichzeitig reif für den Schlachter.

Da die Muttersau manchmal nicht genug Zitzen für all die Ferkel hat, sterben zudem immer wieder Ferkel kurz nach der Geburt. Die scheint die EU-Betriebe jedoch nicht zu stören.

Vorgehen der Pferdeblut-Farmen verstößt gegen unser Tierschutzgesetz

Die Pferdeblut-Farmen gibt es seit etwa 30 Jahren und befinden sich hauptsächlich in Uruguay, Argentinien und Chile. Für die Geschäftsleute sind sie ein äußerst lohnendes Geschäft. Da die Farmen nicht kontrolliert werden, können die armen Tiere ungestraft bis zum Tode gequält werden. Es gibt dort kein Tierschutzgesetz, das die Pferde schützt.

Obwohl die Art und Weise, wie in Südamerika Pferdeblut gewonnen wird, in der EU verboten ist, geht das Blut an europäische Pharmakonzerne. Denn dieses ist günstiger als hierzulande Produziertes. Auch das Fleisch dieser Pferde wird in die EU importiert. Trotz inzwischen massiver Kritik der Medien an den grausamen Machenschaften verschließt die EU hier leider immer noch die Augen. Würde sie den Import solcher grausam produzierten Güter verbieten, könnte wirkungsvoll gegen die Tierquälerei in Südamerika vorgegangen werden.

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