Frau mit Bauchschmerzen

Nahrungsmittelunverträglichkeit

Liebe Blogleser*innen, erst vor einer Woche noch die schöne selbstgemachte Pizza mit viel Knobi gegessen und vertragen – und heute will der Magen offenbar nicht so recht? Vor einem Monat das schöne Stück Käsekuchen – aber auch da streikt der Bauch irgendwie seit Neustem? Hat man sich vielleicht eine kleine Magen-Darm-Grippe zugezogen? Oder konnte sich im Laufe der Zeit eine Nahrungsmittelunverträglichkeit entwickeln? Das ist nämlich gar nicht so selten – und Speisen, bei denen wir neulich noch herzhaft zugreifen konnten, bekommen uns plötzlich nicht mehr.

Vieles hängt auch mit dem Voranschreiten der Lebensjahre zusammen. Konnte man als Kind auf dem Kindergeburtstag noch problemlos 4 Stücke Schokoladentorte in sich hineinfuttern, wird man dafür heute unter Umständen ziemlich büßen müssen! 😉

Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Zwischen Allergie und Unverträglichkeit kann gut unterschieden werden. Im Fall einer Allergie behandelt unser Immunsystem bestimmte Bestandteile in unserer aufgenommenen Nahrung als „Feind“ – und reagiert allergisch. Zum Beispiel mit Juckreiz, Quaddeln, Hautausschlag oder -schwellungen, laufender Nase, Magen-Darm-Problemen, etc. Die Unverträglichkeit ist jedoch eine „Intoleranz“, hier liegt eine eingeschränkte Fähigkeit des Darms vor, bestimmte Lebensmittelbestandteile zu verdauen und abzubauen, z. B. Milch, Soja, Brot, etc.

Unser täglich Brot…

Heute haben sich Lebensmittel allgemein verändert. Besonders Brot wird auf Masse gebacken, der Teig erhält nicht ausreichend Zeit zum Ruhen. Immer mehr Menschen haben Probleme mit dem Genuss von Brot und reagieren mit Blähbauch und Bauchschmerzen – besonders bei Billig-Produkten aus Discounter-Ketten. Massenproduktion, es muss „schnell, schnell“ gehen (um dann zum Abend tonnenweise nicht gekaufte Brote zu vernichten ). ☹

Billiges Brot kann zu einem Reizdarm führen und Beschwerden verursachen. Ursprünglich wurde Weizen verdächtigt, Verursacher von Verdauungsproblemen zu sein. Weizen enthält Zucker und der Dünndarm kann Zuckermoleküle nicht vollständig abbauen. Gelangen sie unverdaut in den Dickdarm, können sie dort für großes Unbehagen sorgen. Getreidesorten wie Emmer, Dinkel und Einkorn gelten als besser verdaulich. Doch tatsächlich hängt fast alles von der Ruhe- und Backzeit eines Brotes ab. Ein gutes Brot ist kein „Fast-Food“, die wichtigsten Zutaten in der Brotherstellung sind Ruhe und ausreichend Zeit!

Ein bisschen Hintergrundwissen

In Getreide, besonders im Weizen, befinden sich bestimmte Zuckerarten, genannt „FODMAPs“ (Fermentable Oligo-, Di- und Monosaccharide And Polyole). FODMAPs sind schwer verdaulich und sorgen bei vielen Menschen für Magenverstimmung! Doch lässt sich der Anteil dieser FODMAPs im Brot ganz einfach reduzieren. Nämlich wenn das Brot klassisch und altherkömmlich gebacken wird – bei einer langen Ruhephase von mindestens 4 Stunden. Diese Zeit gibt es in der Regel bei Billigbrot nicht.

Es lohnt sich in jedem Fall, bei Brot sehr wählerisch zu sein und Qualitätsware im Naturkostladen zu kaufen oder beim Bäcker Ihres Vertrauens. Fragen Sie am besten nach der Ruhezeit des jeweiligen Brotes, welches Sie verzehren möchten. Geben Sie lieber etwas mehr Geld aus und fühlen sie sich dafür nach Ihrer Brotzeit wohl und fit!

Wenn der Organismus reift

Im Prozess des Älterwerdens verändert sich unserer Haut, man wird buchstäblich etwas „dünnhäutiger“. Das Gleiche gilt auch für die Schleimhäute. Hat es uns in jungen Jahren nichts ausgemacht, harte Brotrinde zu kauen, kann es später im Leben doch recht schmerzhaft für Gaumen und Zahnfleisch werden.

Ebenso kann es geschehen, dass plötzlich Zwiebeln und Knoblauch nicht mehr vertragen werden – Sojasauce uns nachts nicht schlafen lässt. Oder es passiert, dass das sonst so geliebte Müsli mit Milch unserem Magen und Darm schließlich „den letzten Nerv raubt“…

Wie kann sich eine Nahrungsmittelintoleranz zeigen?

In der Regel zeigen sich schon kurz nach dem Verzehr Symptome wie Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden – oder ein Gefühl der Abgeschlagenheit nach der Mahlzeit. Am häufigsten kommt es zu krampfartigem Bauchkneifen, Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall – auch im Wechsel. Schont man seinen Magen und isst eine Weile nichts, geht es jemanden mit Nahrungsmittelunverträglichkeit in dieser Zeit besser. Verzehrt man seine gewohnten Speisen wieder, dauert es nicht lange, und der Spuk (Blähbauch, Meteorismus, Darmgrimmen) geht wieder von vorn los.

Was man tun kann

Zum einem kann man ausprobieren, was man nicht (mehr) verträgt und diese Komponenten weglassen oder ersetzen. Auch essen viele Menschen heute zu hastig – denn leider wartet die ungeduldige To-do-Liste schon wieder… Ich bemerke häufig gestresste Menschen, die unterwegs fettige gezuckerte Backwaren (Zucker, das pure Gift) oder Salzig-Fettiges noch während des Gehens in sich hineinschlingen, anstatt die Mahlzeit im Sitzen zu genießen und gründlich zu kauen. Bereits Kauen ist Verdauen, denn die Enzyme im Speichel bereiten den Nahrungsbrei ideal für unseren Magen vor.

Ich zähle niemandem die Bissen in den Mund – doch ich sehe, dass unsere Esskultur immer mehr von Hektik dominiert wird. Man setzt sich für seine Mahlzeiten tagsüber kaum hin, sondern isst im Gehen – oder futtert nebenbei am PC. Meist bemerkt man dabei nicht einmal, dass man etwas gegessen hat. Das macht auf Dauer auch der stärkste Magen nicht mit … Wenn Ihr Bauch nach einer Mahlzeit rebelliert, lohnt es sich, das eigene Kau-Verhalten zu überprüfen. Bewusst essen – die klassische Regel, jeden Bissen 32x zu kauen, ist eine gute Regel. 😊 Einfach einmal ausprobieren und schauen, ob sich etwas bessert – oft ist damit schon viel gewonnen.

Weitere Ideen

Wenn Sie den Verdacht haben, bestimmte Lebensmittel nicht mehr zu vertragen, so kann das Führen eines Ernährungstagebuchs helfen. In diesem Journal notieren Sie täglich, was Sie zu sich nehmen und welche Beschwerden anschließend auftreten. Auf diese Weise können Sie erste Anhaltspunkte finden und reagieren. Möchten Sie auf Nummer sicher gehen, können Sie auch mit Ihrem Arzt sprechen. Einige Unverträglichkeiten, wie z. B. Frucht- oder Milchzucker, können durch einen Atemtest nachgewiesen werden.

Zum Glück ist das heutige Nahrungsmittelangebot so vielfältig, dass uns eine immense Palette an Speisen zur Verfügung steht. Es gibt viele gesunde Ausweichmöglichkeiten, die nichts missen lassen, auch nicht die Milch im Kaffee.

Alternativen zu Milch und Sojasauce

Wer keine Milch (mehr) verträgt, kann heute auf sehr wohlschmeckende Produkte wie Reisdrink, Hafermilch oder Sojamilch zurückgreifen. Es gibt sogar ein Barista-Produkt auf Sojabasis, mit dem sich wunderbar Milchschaum für den geliebten Cappuccino schlagen lässt.

Obwohl Soja ein hervorragendes Lebensmittel ist, vertragen es einige Menschen als Gewürz wiederum nicht. Sojasauce, Grundgewürz der asiatischen Küche, wird auch hierzulande immer beliebter, kann jedoch bei manchen Menschen diffuse Verdauungsbeschwerden hervorrufen. Wer die asiatische Küche liebt und ihren hervorragenden Geschmack nicht missen möchte, findet im Handel eine hervorragende Alternative. Die Basis dieser Würzsauce bilden Lupine und Hafer, welche zu einer dunklen Sauce gebraut werden, die sehr gut zur asiatischen Küche passt.

Zu guter Letzt:

Wie können Sie vorbeugen? Jeder Tag, an dem Sie sich nicht gut fühlen, ist ein verschenkter Tag. Darum: Essen Sie bewusst und langsam, genießen Sie Ihre Speisen mit Bedacht. Verzichten Sie auf stark verarbeitete Lebensmittel – beispielsweise Konserven, Fertigprodukte und zuckerhaltige süße Hefe-Teigwaren vom Bäcker/Backshop. Bereiten Sie täglich aus frischen Bio-Zutaten wie Gemüse, Vollkornprodukten und Obst Ihre Mahlzeiten zu. Führen Sie Tagebuch und halten Sie fest, welche Lebensmittel Sie nicht vertragen.

Und: Bewegen Sie sich regelmäßig, gehen Sie nach dem Essen spazieren. Damit aktivieren Sie Ihren Stoffwechsel und halten zudem Ihr Immunsystem fit. 😊

Bis zum nächsten Mal – bleiben Sie stets gesund.

Menü