Löwenzahn Salat

Löwenzahn – Allrounder für die Gesundheit

Liebe Blogleser*innen, zu Löwenzahn fällt vielen Menschen in erster Linie der Begriff „Unkraut“ ein, was die Pflanze bestimmt nicht verdient hat! Allein schon durch ihre gelbe Farbenpracht (wenn man sie denn wachsen lässt) zaubert sie wunderbare Farbtupfer in die Wiesen. Löwenzahn ist zudem ein wahrer Allrounder; ein Kraut, das uns im gesundheitlichen Bereich unterstützen kann und zudem nichts kostet. Die Bitterstoffe im Löwenzahn regeln die Verdauung und sind gut für Gallenfluss und Leber. Auch bei Nierensteinen und Rheuma kann Löwenzahn eingesetzt werden! Doch leider scheint es auch hier so zu sein: „Was nichts kostet, kann nichts taugen“ – dabei hält die Natur im Prinzip fast alles bereit, was wir für ein gesundes Leben brauchen. Löwenzahn – Allrounder für die Gesundheit!

Aus diesem Grund wollen wir heute den Löwenzahn ein bisschen näher beleuchten und ihm einen kleinen Ehrenplatz geben. Wir schauen einmal, was diese Pflanze so alles kann. 😊

Wache Lebensgeister dank Löwenzahn

Wie die Sonnenblume und das Gänseblümchen, gehört auch der Löwenzahn zur Gattung der Korbblütler. Löwenzahn ist äußerst robust, sehr genügsam und lässt sich so schnell nicht unterkriegen. Die kleinste Fuge im Kopfsteinpflaster oder im Asphalt reicht dem Samenschirmchen aus, um sich dort niederzulassen und zu gedeihen. Heiße Sonnenstrahlen im Sommer machen ihm nicht viel aus, er ist ein wahrer Überlebenskünstler!

Wie wirkt  Löwenzahn?

Sie können ihn in vielen Darreichungsformen finden, als Pflanzensaft oder Tee, sie können ihn im Salat genießen. Die Wurzel bietet ein Getränk, welches Kaffee ähnlich ist. Ob als Kaltwasserauszug oder als Wein, eine Kur mit Löwenzahn über mehrere Wochen hinweg stärkt Gesundheit und Immunsystem. Und: Frisch genossen ist er am besten.

Gut für die Verdauung!

Am bekanntesten ist seine Wirkungsweise bei Problemen mit der Verdauung. Löwenzahn wirkt krampflösend und hilft bei Blähungen und Völlegefühl. Zugleich wirkt er appetitanregend und steigert die Produktion von Magensaft. Im Naturkostladen wie auch in Apotheke und Drogerie können Sie ihn als Tee bekommen. Reformhaus und Naturkostladen bieten ihn zumeist auch als Presssaft und als Löwenzahnwurzelextrakt an.

Galle und Leber

Für Galle und Leber ist Löwenzahn ideal, denn er regt den Gallenfluss in der Leber an. Dies wiederum verbessert den Fettstoffwechsel, was unterstützend bei einer Fettstoffwechselstörung hilft. Wer mit einer Fettleber zu tun hat, kann (neben der richtigen Ernährung) auf Löwenzahn zurückgreifen. Wichtig: Alle Tipps ersetzen nicht den Arztbesuch und es ist stets ratsam, bei Erkrankungen vorher immer mit dem Arzt des Vertrauens zu sprechen!

Diabetes und Löwenzahn

Wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist oder wer bereits Diabetes Typ II hat, kann pro Tag den Extrakt der Löwenzahnwurzel einnehmen oder ein Tässchen Löwenzahntee trinken. Die Stoffe in der Pflanze helfen bei der Harmonisierung des Organismus und wirken unterstützend.

Stärkung der Harnwege

Wer bestimmte Blutdrucksenker einnimmt, bekommt oftmals Diuretika verschrieben, auch bekannt als „Wassertablette“. Leider befördern diese Wassertabletten nicht nur Wasser aus dem Körper, sondern leiten auch wichtige Mineralstoffe aus! Mit natürlichen Maßnahmen können Sie Ähnliches erreichen, nur auf viel gesündere Art. Löwenzahn wirkt zwar auch harntreibend, doch er nimmt nicht, sondern bringt dem Körper wichtige Mineralstoffe, etwa Kalium. Tipp: Sprechen Sie doch mal mit ihrem Arzt…

Auch bei Infekten der Harnwege, beispielsweise bei einer Blasenentzündung, ist Löwenzahn das ideale Naturheilkraut und leistet hervorragende Dienste.

Stärkung allgemein

Wer schwächelt, kann seinen Organismus mit Löwenzahn-Tonikum wieder auf Vordermann bringen. Ähnlich dem Ginseng-Tonikum kann man ein Präparat aus Löwenzahnwurzel einnehmen und damit seinen Körper hervorragend unterstützen. Löwenzahnwurzel wirkt stärkend auf Leber, Bauchspeicheldrüse und Nieren – aber auch Magen, Milz und Darm profitieren von seiner kräftigenden Wirkung! Durch seine entgiftenden Stoffe ist er prima für eine Detox-Kur geeignet – und um Schlacken aus dem Körper auszuleiten.

Löwenzahn in der Küche

Was macht eigentlich Löwenzahn so wertvoll? Es sind die Inhaltsstoffe dieser so inflationär wachsenden und kostenlosen Pflanze! Löwenzahn ist eigentlich ein „Super-Food“, denn als Lebensmittel versorgt er uns mit einem Vielfachen der Mineral- und Vitalstoffe, die in Kopfsalat stecken!

Verglichen mit Kopfsalat, enthält Löwenzahn:

  • 40x so viel Vitamin A (Betacarotin)!
  • 9x so viel an Vitamin C!
  • 4x so viel an Vitamin E!
  • 3x so viel Eisen
  • 4x so viel an Magnesium
  • 8x so viel an Calcium
  • 2x so viel Proteine

Das könnten wir eigentlich nutzen – ob im Smoothie oder im gemischten Salat – ein bisschen Löwenzahn jeden Tag ist eine gesunde Sache!

Die Blätter kann man hervorragend als Salat zubereiten, kleingehackt zum Überstreuen von Suppe und Eintopf. Ob Smoothie oder Saft – auch die Blüten haben es in sich und lassen sich zu Blütengelee einkochen – oder zu Löwenzahnwein und Löwenzahnbier verarbeiten. Zudem bilden sie eine festliche Tischdekoration für die Kaffeetafel 😊

Apropos Kaffee (und die Überleitung passt gut) – Aus der Löwenzahnwurzel lässt sich Löwenzahn-Kaffee kochen, der sehr wohltuend für den Magen ist. Hierzu waschen sie die Wurzeln gründlich, trocknen und zerkleinern Sie diese. Rösten Sie sie sanft in einer Pfanne. (Bitte KEIN Fett hinzugeben!)

Damit die Wurzelstücke nicht anbrennen, müssen Sie sie immer wieder wenden/verrühren. In der Kaffeemühle oder im Blender können Sie die gerösteten Wurzelstücke zu feinem Pulver mahlen. Pro Tasse nehmen Sie einen Teelöffel des „Löwenzahn-Kaffee-Pulvers“ und kochen es im Wasser kurz auf. Eine halbe Minute ziehen lassen – filtern (oder warten, bis es sich gesetzt hat). Natürlich können Sie fertigen Löwenzahnkaffee auch im Naturkostladen bekommen.

Ein Gläschen in Ehren!

Löwenzahnblüten-Wein – nun wird es ein bisschen arbeitsintensiv und Sie brauchen Platz, Zeit und Muße. Für Wein vom Löwenzahn brauchen Sie die saftig gelben Blüten, und zwar einen ganzen Eimer voll. Geben Sie die Blüten in einen großen Topf und übergießen Sie sie mit kochendem Wasser. Drei Tage als Kaltauszug abgedeckt an einem kühlen Ort stehen und ziehen lassen. Geben Sie anschließend 2000 Gramm Zucker hinzu sowie die Schalen von je einer unbehandelten Zitrone und Orange. Ein Stück Ingwer gibt dem Wein Biss!

Nun kochen Sie alles zusammen auf und lassen die Mixtur etwas abkühlen. Zum Schluss geben Sie Weinhefe hinzu und gießen den Ansatz in ein Fässchen für Most oder eine geeignete Ballonflasche. Verschließen Sie das Gefäß nach zwei Gär-Tagen und fügen Sie nun eine Portion Geduld der  Zubereitung hinzu – denn es wird zwei Monate dauern, bis Sie ihren wunderschönen goldgelben Löwenzahnwein in Flaschen umfüllen und genießen können. Bis zu 4 Jahre können Sie die verschlossenen Flaschen lagern – zum Wohl!

Löwenzahn als Tee?

Hierzu geben Sie einen gehäuften Teelöffel der getrockneten und zerkleinerten Löwenzahnblätter in einen Teefilterbeutel. An die Tasse hängen oder zudrehen und mit einem Viertelliter kochendem Wasser zubereiten. Ziehzeit ca. 10 Minuten.

Auch die Löwenzahnwurzel eignet sich für ein gesundes Teegetränk, Sie können diese fertig im Biohandel bekommen oder selbst sammeln – und zwar im Frühling, bevor die Pflanze blüht. Die Wurzeln werden nicht gewaschen, sie werden trocken gesäubert. Anschließend müssen sie in Längsrichtung in Streifen geschnitten und an einem warmen und luftigen Ort getrocknet werden.

Sind die Wurzeln getrocknet, so nimmt man zirka 2 Teelöffel pro Tasse und setzt sie am besten über Nacht zugedeckt mit frischem kalten Wasser an. Den Ansatz am nächsten Morgen aufkochen, über ein Sieb abgießen und am besten ca. drei Tässchen pro Tag trinken. Wichtig: Da die Wurzeln für den Tee nicht gewaschen werden, sollten Sie besser keinen Löwenzahn aus Parks oder von stark frequentierten Spazierwegen verwenden – da der Boden verunreinigt sein kann. Besser ist ein hygienisch einwandfreies Produkt aus dem Biohandel!

Löwenzahn als Frischpflanzen-Presssaft

Möchten Sie Löwenzahn als frischen Pflanzen-Presssaft zu sich nehmen, können Sie ihn mittels einer Graspresse oder einem Entsafter selbst herstellen. Hierfür brauchen Sie die Blätter des Löwenzahns, am besten in den frühen Morgenstunden gepflückt. Und zwar so viele, dass sie pro Pressung 50 ml Löwenzahnsaft erhalten. Als Kur trinken Sie den Saft langsam und ca. eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten.

Aber auch hier gibt es gute fertige Produkte im Handel –  in ausgezeichneter Bioqualität. Hier gehen Sie zudem sicher, dass die Produkte rein und unbedenklich sind – denn man weiß heute leider nicht, in welchem Maße Böden belastet sind. Nochmals: Aus öffentlichen Parkanlagen sollten Sie besser keine Pflanzen verwenden!

Heilsames für die Haut

Sie können Löwenzahn auch äußerlich anwenden, z. B. bei Problemen mit der Haut und in der Fußpflege. Gerade bei lästigen Warzen an den Füßen kann der weiße Pflanzensaft in den Stängeln der Blüten hilfreich sein. Betupfen Sie die Stellen damit – ein bisschen Zeit müssen Sie jedoch mitbringen.

Und hat die Mücke zugestochen, so können Sie ebenfalls mit dem weißen Pflanzensaft den Juckreiz lindern. Die dem Löwenzahn zugeschriebene antibakterielle und damit entzündungshemmende Eigenschaft kann zudem Entzündungen verhindern.

Liebe Blogleser*innen, Sie sehen, Löwenzahn ist kein „Unkraut“, es ist eine Heilpflanze – und noch mehr als das. Es ist eine Nutzpflanze, die uns Gesundheit und Kräftigung schenkt. Speis’ und Trank! Und sie erfreut unser Auge durch ihre wunderbare Farbe – was auch Vincent Van Gogh wusste! Denn unter seinen atemberaubenden Gemälden finden sich auch Studien des Löwenzahn.

Zeichnen oder malen Sie gerne? Dann wählen Sie doch einmal Löwenzahn als Motiv.

Die Pflanze jedenfalls hat es verdient.

Alles Gute – bleiben Sie gesund – und bis zum nächsten Mal!

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