Heilkräutertee mit Löwenzahn

Kräuter, die Wunder der Natur

Naturwunder Kräuter: In der heutigen Zeit werden Kräuter leider oftmals unterschätzt. Man verwendet sie in der Regel für kleine Bagatellerkrankungen und traut ihnen nur wenig Heilkraft zu. Vermutlich wird Kräutern ihr wahrer Wert abgesprochen, weil sie in der Natur häufig vorkommen und für jeden zugänglich wachsen. Sie können sie quasi aus dem Wald oder von der Wiese pflücken, ohne dafür Geld auszugeben. Aber nur, weil etwas nichts kostet, ist es auch nichts wert? Man traut teuren und preisintensiven Medikamenten viel mehr zu… Das ist sehr schade, denn Kräuter sind wahre Wunder unserer Natur, in Ihnen steckt ein enormes Potenzial an Heilkraft! Kräuter, die Wunder der Natur!

Wirkungsweise von Kräutern

Heilpflanzen wirken auf verschiedenen Ebenen, ihre Wirksamkeit ist anders als bei chemischen Medikamenten. Bieten künstliche Medikamente meist nur einen oder als Kombipräparat wenige Wirkstoffe, so kommen Heilpflanzen mit vielen verschiedenen (natürlichen) Wirkstoffen daher. Jedes Kräutlein wirkt anders, früher sagte man auch: „Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen.“

Heilpflanzen haben Antioxidantien, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente an Bord, hinzu kommen die jeweiligen pflanzentypischen Wirkstoffe. Warum nicht also einfach mal der Phytotherapie vertrauen? In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit Kräutern, und auch mit jenen Heilpflanzen, die quasi überall wachsen, ob auf Schuttplätzen oder im Wald, auf Wiesen oder in Brachen.

Beispiel Pfefferminze

Lieben Sie Pfefferminztee? Bei der Pfefferminze machen ätherische Öle ihr besonderes Aroma aus – aber auch Gerbstoffe und Flavonoide sind in der Pflanze enthalten. Pfefferminze wirkt besonders bei Magen-Darm-Problemen, ihre Wirkungsweise ist zudem ganzheitlich. Sie hilft gegen Magenschmerzen, leistet gute Dienste bei Blähungen – sie kann Krämpfe lösen und fördert die Verdauungssäfte. Bei Völlegefühl und Druck im Bauch beschleunigt sie die Magenentleerung. Doch sie kann noch mehr!

Pfefferminze hat eine antibakterielle Wirkung, sie befreit Atemwege und ist bei verstopfter Nase hilfreich. Sie wirkt gegen Entzündungen der Mundschleimhaut, sorgt für frischen Atem und kann auch bei Kopfschmerzen hilfreich eingesetzt werden.

Hinweis: Wenn Sie Heilpflanzen wie u.a. Pfefferminze frisch gepflückt in Form von natürlichen Zubereitungen anwenden, werden Sie in der Regel keine Nebenwirkungen bzw. unerwünschte Wirkungen verspüren. Dennoch sind Heilpflanzen ernstzunehmende Arzneien, und zur Sicherheit sollten sehr sensible Menschen bei ihrer Anwendung vorsichtig sein und mit ihrem Arzt sprechen! Dies ist auch während der Schwangerschaft oder Stillzeit angeraten.

Um Ihnen die Wirkungsweise und die Vielfalt von Heilpflanzen etwas näher zu bringen, schauen wir uns einige Beispiele an. Natürlich gibt es noch viel mehr Heilpflanzen, dies aber würde unseren heutigen Beitrag buchstäblich sprengen! Schauen wir uns daher einige Exemplare an.

Beifuß

Beifuß ist in Mitteleuropa heimisch, Sie können ihn beinahe überall gratis finden und pflücken. Besonders hilfreich erweist er sich bei Beschwerden des Verdauungssystems und bei spezifischen Frauenbeschwerden. Der Beifuß ist sehr vielseitig – ob man mit Blähungen, Verdauungsschwäche oder Gallenleiden zu tun hat, oder von Krämpfen oder Menstruationsbeschwerden gepiesackt wird – Beifuß leistet Abhilfe! Aus Fernost stammt der einjährige Beifuß (Artemisia annua). Seit vielen Jahrhunderten in der Chinesischen Medizin eingesetzt, hilft er gegen Malaria und Krebs.

Mariendistel

Sie wächst in warmen Regionen oft einfach so am Wegesrand, Ihr Inhaltsstoff Silymarin wirkt leberstärkend. Silymarin verhindert Schäden an diesem wichtigen Filterorgan, beispielsweise bei Entzündungen oder Vergiftung. Wer mit einer Fettleber zu tun hat, kann auf die Mariendistel zurückgreifen, denn die leberschützende Wirkung konnte in Studien eindeutig bewiesen werden! Zudem beschleunigt die schöne stachlige Pflanze in ihrem schönen Violett die Regeneration der Leberzellen. Wer seine Leber schützen möchte, sollte also Mariendistel verwenden.

Flohsamen

Bei Problemen mit der Verdauung lohnt es sich, auf Flohsamen zurückzugreifen. Flohsamen haben die tolle Eigenschaft, mit nur einem Teelöffel eine ganze Tasse Wasser innerhalb einer Minute einzudicken! Dieses hervorragende Quellvermögen bietet Ihnen eine sehr gute Hilfe bei Darmträgheit! Denn durch Flohsamen wird der Inhalt des Darmes vermehrt, was zur Darmentleerung führt.

Schlacken und Reste werden von den Darmwänden „geputzt“, der Darm wird regelrecht einem „Hausputz“ unterzogen. Am wirkungsvollsten haben sich hierbei die Flohsamenschalen erwiesen. Je feiner pulverisiert, desto größer ist das Quellvermögen und umso sauberer wird es im Darm. Wichtig ist: Viel trinken bei dieser Art von Detox, damit es nicht zur Verstopfung kommt.

Schöne Nebenwirkung: Aufgrund der heilenden Schleimstoffe wird Flohsamen auch gerne bei Magengeschwüren und Hämorrhoiden angewendet. Der Schleim schützt die Schleimhaut von Magen und Darm wie ein Balsam und fördert deren Heilung.

Bei Darmverschluss sollte man jedoch von Flohsamen Abstand nehmen!

Klettenwurzel

Ein schönes Geschenk der Natur bildet die Klettenwurzel, denn Kletten kleben nicht nur hervorragend in Haaren und an der Kleidung 😉, sondern binden Schwermetalle und Gifte im Körper. Auf diese Art werden Toxine schnell aus dem Körper ausgeleitet/ ausgeschieden.

Darüber hinaus verfügt die Klette über antibakterielle und antimykotische Eigenschaften. Sie kann bei Hautproblemen wie Akne oder als Öl bei schuppiger Kopfhaut angewendet werden.

In der Klette wirken u. a. Inhaltsstoffe wie Inulin, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Sitosterin, Bitterstoffe sowie antibiotische und fungizide Substanzen.

Löwenzahn

Löwenzahn wächst im Prinzip überall! Auch wenn er so inflationär auftritt, ist er doch ein wertvolles Heilkraut. Die Pflanze schmeckt leicht bitter, was ihren Bitterstoffen geschuldet ist. Weitere Inhaltsstoffe bilden Carotinoide, Gerbstoffe, Flavonoide, Vitamine, Mineralstoffe – und in der Wurzel Inulin. Löwenzahn bietet hervorragende Unterstützung bei Bluthochdruck, Husten, bei Kater-Beschwerden, bei Problemen mit der Galle – und bei Verstopfung. Seine Inhaltsstoffe regen die Durchblutung an und unterstützen den Abtransport von Stoffwechselschlacken, welche sich im Bindegewebe einlagern und zu Erkrankungen wie Gicht und Rheuma führen können. Wenn Sie hiervon betroffen sind (und nicht gegen Löwenzahn allergisch), so sollten sie es ruhig einmal mit dieser kraftvollen Heilpflanze versuchen. Denn viele Betroffene erfahren hierdurch einen spürbaren Schmerzrückgang!

Wer mit Gallensteinen zu tun hat: Löwenzahn kann bereits vorhandenen Gallensteinen entgegenwirken. Mit zunehmendem Alter werden oftmals auch Nahrungsmittel, die man vorher gut vertragen hat, etwas problematisch und verursachen Blähungen, Völlegefühl und Probleme bei der Verdauung. Mit Löwenzahn erfahren diese Probleme Linderung. Haben Sie mit einer Blasenentzündung zu tun, so wirkt Löwenzahn spülend und harntreibend.

„Detoxen“ mit Löwenzahn

Besonders im Frühjahr, wenn der Löwenzahn blüht, können Sie ihn für eine Kur verwenden. Hierfür können Sie die Pflanze frisch verzehren oder als Tee aufbrühen. Die Blätter kann man im Salat untermischen und den Saft der Pflanze pressen. Haben Sie im Alltag nur wenig Zeit, können Sie auch Löwenzahnblattpulver kaufen und 4-6 Wochen lang zu sich nehmen.

Löwenzahn wirkt kräftigend auf unser Immunsystem, stärkt den Appetit und wirkt sich positiv auf unseren allgemeinen Antrieb aus! Er weckt die Lebensgeister!

Brennnessel

Betrachten wir uns die Brennnessel einmal ganz genau! Auch sie wächst überall und gedeiht (wie der Löwenzahn) auf den unwirtlichsten Plätzen! Als Kind hat man meist schmerzhafte Begegnung mit Brennnesseln gemacht, wenn man bei seinen ersten Versuchen auf dem Fahrrad unsanft in den Brennnesseln gelandet ist! Doch tragen Sie es der Pflanze nicht nach, sondern nutzen Sie sie heute einfach für medizinische Zwecke! Sie kostet zudem kein Geld, wenn Sie sie selbst sammeln. Doch auch als fertige Teemischung ist sie nicht teuer, frisch zubereitet ist sie immer am besten!

Die Brennnessel erweist sich als besonders wirksam bei Hautproblemen sowie bei Problemen mit Muskeln und Gelenken. Wer zu krankhaften Harnsäureablagerungen neigt, sollte ruhig auf ihre Heilkraft zurückgreifen!

Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Pflanze in Kräuterkompendien als Mittel gegen Wassersucht beschrieben. Schon Hippokrates im antiken Griechenland pries die harntreibende Wirkung dieser Pflanze. Sie ahnen wahrscheinlich, dass auch die Heilige Hildegard von Bingen der Brennnessel als Heilmittel einen entsprechenden Platz einräumte!

Die Inhaltsstoffe der Brennnessel sind sehr mannigfaltig, sie enthält u. a. Mineralien und Spurenelemente – wie Eisen und Kieselsäure. Als Vitaminbombe punktet sie mit den Vitaminen C, B2, K1 (zur Regulierung der Blutgerinnung) sowie Carotinoiden. Sie enthält Steroide wie P-Sitosterin (wirksam bei Prostatabeschwerden). Die Bitterstoffe der Brennnessel regen die Gallentätigkeit an, Cholin unterstützt die Übertragung von Nervenimpulsen. Ihre Phytosterole können den Cholesterinspiegel senken, Triterpene wirken antimikrobiell!

Sie können Sie innerlich wie auch äußerlich anwenden, ob als Tee, Tinktur oder als Beigabe in Ihrem grünen Smoothie. Die Brennnessel hilft u. a. bei Durchblutungsstörungen, Rheuma in Muskeln und Gelenke, Fibromyalgie, Gicht; bei nässenden und juckenden Ekzemen/ Geschwüren. Sie ist gut bei Verschleimung der Atmungsorgane, Verdauungsstörungen, Hämorrhoiden – aber auch bei Diabetes mellitus – durch die blutzuckersenkende Wirkung!

Die Brennnessel hilft auch, Ihre Schönheit zu erhalten, bei fettiger Kopfhaut und bei Schuppenproblemen leistet sie als Bestandteil in Tinkturen oder Shampoos einen hervorragenden Dienst!

Birkenblätter

Auch die Birke findet sich quasi überall, medizinisch genutzt werden ihre Blätter. Diese wirken gut auf die Nieren und fördern ihre Durchblutung, was sich positiv auf Nierenleistung und Harnwege auswirkt. Sie können die Birkenblätter als Tee oder Frischpflanzensaft zu sich nehmen, aber auch in Form von Dragees. Äußerlich können Sie von Birkenblättern profitieren, u. a. in verschiedenen Kosmetik-Produkten, wie Shampoos oder Creme.

Medizinisch hilft die Birke bei der Durchspülung der Harnwege, besonders bei bakteriellen Erkrankungen wie einer Blasenentzündung, wenn der Harndrang mit Schmerzen beim Wasserlassen verbunden ist. Birkenblätter eignen sich zudem zur unterstützenden Behandlung bei Rheuma und finden guten Einsatz in der Blutreinigung, wenn Sie im Frühjahr eine Detox-Kur machen möchten.

Artischocke

Last but not least widmen wir uns der Artischocke, die aus dem Orient zu uns gekommen ist. Neben ihrer Heilkraft schmeckt sie auch noch köstlich auf Ihrer selbstgemachten Pizza! So werden die Blütenknospen als butterig wohlschmeckendes Gemüse verzehrt, die Blätter jedoch haben Heilwirkung, z. B. in Form von Artischockenextrakt.

Artischockenblätter sind reich an Bitterstoffen (Cynarin), sie enthalten u. a. Vitamine, Mineralstoffe und Flavonoide. Die Blätter wirken ausgezeichnet auf Leber- und Gallengesundheit, der Gallenfluss wird gefördert. Das unermüdliche Filterorgan Leber wird geschützt und bei der Regeneration unterstützt.

Die Bauchspeicheldrüse kann von den Bitterstoffen der Artischockenblätter enorm profitieren und wird angeregt, Verdauungssäfte auszuschütten. Auch wirken Artischockenblätter allgemein antioxidativ sowie cholesterin- und blutfettsenkend, was Entzündungen hemmt. Als Darreichungsformen finden Sie die wertvolle Pflanze als Frischpflanzensaft wie auch in Kapselform. Und wenn Sie einen Garten besitzen, können Sie sie selbst anpflanzen, sie gedeihen im Sommer selbst an der stets kühlen Ostsee!

Liebe Blogleserinnen, mit Hilfe von Heilpflanzen ist es Ihnen möglich, Ihre Gesundheit zu verbessern und Erkrankungen vorzubeugen, ohne Ihren Körper mit Chemie zu belasten. Nutzen Sie dies! Wie bereits erwähnt, kosten Heilpflanzen nichts, wenn Sie sie selbst sammeln. In vielen Regionen gibt es gerade zur Herbstzeit Kräuterwanderungen. Das sind interessante Tagesseminare (mit kleinem Unkostenbeitrag), welche Ihnen die richtigen Pflanzen zeigen. Auch, wie Sie sie anschließend weiterverarbeiten können, zu wertvollen Elixieren, Kräuterauszügen oder Tees. Auf diese Weise finden Sie auch Gleichgesinnte, denn gerade in der dunklen Jahreszeit tun Freundschaften gut. 😊

In diesem Sinne – nehmen Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang doch einfach einen Kräuterratgeber mit und schauen Sie, welche Kräuter am Wegesrand buchstäblich auf Sie warten! Damit tun Sie etwas Gutes für sich, den Kräuter sind ein Wunder der Natur!

Bleiben Sie gesund – bis zum nächsten Mal!

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