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Ist gesunde Ernährung noch möglich?

Viele Menschen fragen sich heutzutage: Ist gesunde Ernährung noch möglich? Denn häufig werden bestimmte Fehler in der Ernährung gar nicht bemerkt. Und auch wenn man denkt, sich wirklich gesund zu ernähren, kann sich dies eines Tages womöglich als Trugschluss herausstellen – besonders, wenn sich ernährungsbedingte Erkrankungen ihren ersten Weg bahnen.

Bewusst und gesund

Die meisten von uns essen gerne bewusst und gesund. Nach dem Verzehr eines frischen, gemischten Salates mit einem leckeren Dressing fühlt man sich in jeden Fall besser als nach einer Tüte Chips! Zum Thema „gesunde Ernährung“ gibt es inzwischen viele Bücher und unzählige Ernährungsblogs, welche jedoch teilweise so unterschiedlich sind, dass der Verbraucher am Ende durchaus ein wenig verunsichert sein kann. Besonders im Bereich Fett kann es kompliziert werden. Auf der einen Seite sind natürlich pflanzliche Fette gesünder als tierische Fette. Doch Pflanzenmargarine mit gehärteten Fetten ist sicherlich nicht gesund, auch wenn sie pflanzlich daherkommt…

Die richtige Ernährung

Es ist für Anfänger oder Laien alles andere als einfach, sich auf Anhieb im Ernährungsdschungel zurechtzufinden. Schnell können sich ein paar Ernährungsfehler einschleichen, die uns auf Dauer nicht guttun.

Mit der richtigen Essensweise gewinnt man an Vitalität und kann sich vieler Erkrankungen entledigen – wenn man es denn richtig macht. An dieser Stelle beschäftigen wir uns mit einigen Ernährungsfehlern, vielleicht kommt Ihnen das eine oder andere bekannt vor.

Häufige Fehler in der „gesunden Ernährung“

Tipp: Immer die Deklaration der Lebensmittel lesen. Auch im Naturkost- oder Bioladen können sich in Nahrungsmitteln Inhaltsstoffe befinden, die Sie unter Umständen nicht vertragen.

Beispiel Omega-6-Fettsäuren, wir brauchen sie – aber bitte nicht zu viel davon!  Ein Zuviel an Omega-6-Fettsäuren kann chronische Entzündungen fördern, z. B. Arteriosklerose, Arthritis, Autoimmunerkrankung, chronische Blasenentzündung, Migräne, Neurodermitis, Tinnitus, etc. Versuchen Sie daher, den Anteil an Omega-6-Fettsäuren möglichst gering zu halten und mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich zu nehmen; verzehren Sie die richtigen Öle. Kaltpressung reicht nicht aus, viele Öle wie Distel- oder Sonnenblumenöl enthalten viel Omega-6. Auch Kürbiskern- oder Traubenkernöl sollten Sie nur in geringen Mengen und wegen des Geschmacks genießen. Für Salate eignen sich am besten Olivenöl oder Leinöl; besonders Leinöl ist eine wertvolle Quelle an Omega-3-Fettsäuren! Auch Walnuss-, Hanf- oder Rapsöl sind wertvolle Lieferanten, ebenso Leinsamen und Walnüsse. Möchten Sie Lebensmittel „schärfer“ anbraten, dann verwenden Sie möglichst kein Öl, sondern greifen Sie zu Kokosöl oder Butterschmalz. Denn werden Öle, wie z.B. Rapsöl, zu stark erhitzt, können sich krankmachende Stoffe entwickeln und einer gesunden Ernährung entgegenwirken.

Ein Zuviel an Vollkorn

Vollkornbrot ist sicherlich gesünder als Brot aus Auszugsmehl, doch auch zu viel Vollkornbrot tut nicht gut – ob Weizen, Dinkel, Hafer oder Roggen. Viel hilft nicht viel – wenn Sie morgens Vollkornmüsli oder Frischkornbrei essen, in der Arbeitspause dann Ihr deftiges Paket mit  Vollkornstullen verzehren, mittags Vollkornreis oder Vollkornpasta genießen und zum Abend nochmal eine üppige Vollkornbrotzeit schlemmen, werden Sie schnell Blähung und Bauschmerzen bekommen.

Ein Zuviel am Vollkornprodukten kann Ihren Verdauungsapparat überlasten und ist kein Segen für Bauchspeicheldrüse und Leber. Für Ihre Gesundheit reicht es absolut aus, wenn Sie eine Vollkornmahlzeit am Tag genießen, zur Sättigung gibt es auch noch viele andere Nahrungsmittel, z. B. Hummus (macht sehr satt!), Kürbis und Mais. Kartoffelgerichte sättigen zudem im Gegensatz zu Brot kalorienarm!

Essen Sie zu viel Vollkorn, essen Sie automatisch auch zu viel Gluten. Viele Menschen tun sich damit schwer; man muss nicht unbedingt eine ausgewiesene Glutenunverträglichkeit haben! Eine gewisse Empfindlichkeit reicht schon vollkommen aus, um nach der Mahlzeit schmerzhaft unter einem aufgeblähtem Trommelbauch zu leiden.

Hinzukommt, dass Gluten träge machen kann. Vielleicht haben Sie schon einmal erlebt, dass Sie sich nach einer ausgiebigen Brotmahlzeit nicht mehr richtig konzentrieren konnten?  Sich ein bisschen „dösig“ fühlten?

Weitere mögliche Verdauungsbeschwerden durch Gluten: Meteorismus, Depressionen, Fibromyalgie, Migräne, dauernde Trägheit und: Übergewicht!

Wie wäre es mit einem Drink?

Trinken Sie das Richtige! Hafer- und Reisdrinks erscheinen auf den ersten Blick super gesund zu sein, können aber viel Omega-6-Fettsäuren enthalten. Nämlich dann, wenn die Drinks Sonnenblumenöl beinhalten. Wenn Sie diese Getränke gerne mögen, dann genießen Sie hin und wieder ein Glas, trinken Sie es aber besser nicht als Durstlöscher und auch nicht als Dauertrunk auf der Arbeit. Schnell setzt eine Gewöhnung an den süßen Geschmack ein und man trinkt davon einfach zu viel, was sich irgendwann auf der Waage bemerkbar macht. Trinken Sie lieber Tee, bei Bedarf gerne auch mit etwas Honig oder ein bisschen braunem Zucker gesüßt.

Fruchtsäfte

Obst ist zwar gesund, aber nicht als fertig zu kaufender Multivitaminsaft im Dauerkonsum. Ihren frischen, selbstgemachten Smoothie sollten Sie auch nicht auf Ex hinunterstürzen, sondern ihn schlückchenweise genießen und ruhig kauen! Obst enthält sehr viel eigenen Zucker, was auch hier die Bauchspeicheldrüse wieder auf den Plan ruft, um den Fruchtzucker zu regulieren.

Zu wenig Eiweiß

Möchten Sie sich vegetarisch oder sogar vegan ernähren, besteht die Gefahr, dass Sie zu wenig Eiweiß zu sich nehmen. Ihr Körper braucht aber dringend Eiweiß, gerne in Form von Bohnen, Linsen, Kichererbsen oder Erbsen. Auch Ölsaaten bieten Ihnen eine gute Eiweißquelle, Blatt- und Wurzelgemüse ebenfalls.

Immer mehr vegetarische Aufstriche bieten Ihnen köstliche Brotbeläge und basieren auf Hülsenfrüchten. Hummus, „Leberwurst-Ersatz“ aus Erbsenprotein, köstliche Bohnenpasteten! Viele Produkte aus dem Bereich finden Sie auch in namhaften Drogeriemärkten – probieren Sie es doch einfach einmal aus!

Snack-Alarm!

Auch wenn die Inhaltsstoffe noch so gesund erscheinen, wenn Sie dauerhaft irgendwas snacken, kommt Ihr Verdauungsapparat nicht zu Ruhe. Eine Fruchtschnitte hier, ein Müsliriegel da – und wenn es mal wieder schnell gehen muss, wird die Hauptmahlzeit am Ende noch komplett durch Snacks ersetzt! Am Abend dann kommt der Heißhunger, im schlimmsten Fall snackt man einfach mal so eine Tüte Chips weg! Auch wenn diese „bio“ sind, gesund ist das trotzdem nicht. Durch das ständige Knabbern und Futtern wird immer wieder Insulin ausgeschüttet und damit die Fetteinlagerung ins Gewebe gefördert. Vielleicht wundern Sie sich, dass sie im Grunde gesehen mengenmäßig gar nicht viel essen – aber die Pfündchen sich hartnäckig an Bauch und Hüfte klammern…

Essen Sie sich am besten an Ihren Hauptmahlzeiten mit Genuss und Freude satt, anstatt immer etwas zu snacken. Genießen Sie Geschmack und Konsistenz Ihrer Speisen! Gönnen Sie Magen und Darm auch mal eine längere Pause von z. B. 16 Stunden mindestens (intermittierendes Fasten).

Die Sorge isst mit!

Wer sich mit gesunder Ernährung auseinandersetzt, hat bestimmt auch schon das eine oder andere Buch zum Thema gelesen oder im Internet gestöbert. Manche Menschen gehen ins „Clean Eating“ über und vermeiden strikt viele Lebensmittel, aus Angst, von deren Genuss schwer krank zu werden. Nun, wir sind schon ein bisschen robuster, als wir glauben und können uns auch mal den einen oder anderen köstlichen Fisch zu Gemüte führen. Es kommt – wie bei allem im Leben – auf das Maß der Dinge an. Verzehrt man täglich fetten Kaltwasserfisch, wird man auf Dauer natürlich ein bestimmtes Maß an Schadstoffen zu sich nehmen. Gönnen wir uns hin und wieder mal eine Makrele oder ein Stück Heilbutt, werden wir das gut verkraften!

Bei bestimmten Dingen sollten wir nur einfach etwas vorsichtiger sein, z. B. mit Getreide. Brot sollte nicht unser Hauptnahrungsmittel sein und schon gar nicht von Billiganbietern bezogen werden. Backen Sie es selbst oder kaufen Sie es bei „richtigen“ (Bio)Bäckern, die dem Teig genug Zeit zum Gehen geben, auf Zusatzstoffe verzichten und das Brot damit bekömmlicher machen.

Essen Sie ab und zu mal eine klassische Semmel mit Butter und Marmelade, ist das auch kein Grund zur Sorge. Selbst hier ist es wieder die Menge, auf die es ankommt. Hauptsache, Sie kehren nach einem “Ausflug” immer wieder zurück in Ihre gesunde Lebensweise!

Zu guter Letzt: Man muss auch mal genießen können

Ja, Meeresfische sind oft belastet mit Quecksilber, Hühnereier mit Salmonellen (werden beim Kochen jedoch abgetötet). Nüsse können Schadstoffe enthalten, Kartoffeln und Tomaten als Nachtschattengewächse sollten, lt. einiger Ernährungsratgeber, „gemieden werden“. Hülsenfrüchte „seien giftig“… Rohe Bohnen sind in der Tat giftig, durch ausreichendes Kochen jedoch wird ihr Gift zerstört und lässt Bohnen zu einer leckeren Eiweißquelle werden. Man muss schon etwas aufpassen, dass man sich nicht jeden Genuss versagt und immer mehr Lebensmittelgruppen vom Speisezettel streicht. Am Ende bleibt nämlich nicht mehr viel und eine Mangelernährung droht.

Wenn Sie am Ende nur noch Bio-Karotten knabbern, während Ihre Freunde in Pasta, Goldbrasse und Gnocchi mit Gorgonzolasauce bei einem Gläschen Rotwein schwelgen, bleibt Ihre Lebensfreude am Ende auf der Strecke. Tun Sie sich das nicht an. Genießen Sie mit Maß!

Für eine gesunde Ernährung: Essen Sie eine möglichst abwechslungsreiche Mischkost; wenn vorhanden, beziehen Sie zum Eigenanbau Ihren Garten mit ein! Vermeiden Sie Produkte mit Weißzucker und Auszugsmehl und konsumieren Sie möglichst keine Fertigprodukte. Greifen Sie hingegen zu frischen Lebensmitteln, möglichst in Bio-Qualität. Kaufen Sie aus der Region und saisonal, also je nachdem, was Ihnen die Jahreszeit an Köstlichkeiten gerade anbietet.

Bleiben Sie stets kritisch beim Einkaufen – mit einigen Tipps und Tricks ist gesunde Ernährung in jeden Fall noch möglich.

Lassen Sie es sich schmecken – bis zum nächsten Mal!

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