Pendelnde Taschenuhr zur Hypnose

Hypnose – eine spannende Reise ins eigene Unterbewusstsein

Die Reise ins eigene Ich? Sich selbst und Situationen oder Stationen von früher noch einmal erneut begegnen? Die Hypnose liefert hierfür quasi das ideale Transportmittel und findet immer mehr Einzug in die verschiedenen Bereiche der Medizin. In der analytischen Psychotherapie leistet sie hervorragende Dienste, denn sie ermöglicht Patienten Zugang zu lang zurückliegenden Kindheitserinnerungen. Dank ihrer Hilfe können z. B. bestimmte Verhaltensmuster beleuchtet, erkannt und verarbeitet werden. Der Patient kann anschließend eine Verhaltenstherapie in Erwägung ziehen und die Möglichkeit bekommen, sein Leben neu auszurichten und zu gestalten.

Die Hypnose als solche existiert vermutlich schon seit ca. 4000 Jahren und kann durch ihren Einsatz Denken und Fühlen positiv verändern. Ungenutzte Bereiche des Gehirns können mobilisiert werden und z. B. bei Erkrankungen Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Brachliegendes Potenzial und vergessene Begabungen können zutage gefördert werden. Sie können sich neu entdecken, neu orientieren und für Sie passendere (Lebens)Wege einschlagen!

Natürliche Festplatte Gehirn

Alle Erfahrungen, die Sie einmal gemacht haben (positiv oder negativ), liegen in Ihrem Unterbewusstsein wie auf einer Computerfestplatte gespeichert. Hierzu zählen natürlich auch all Ihre gemachten Erfahrungen aus der Kindheit. Unser Gehirn wäre heillos überlastet, müsste man sich jederzeit an jeden einzelnen Tag erinnern. Wir würden von inneren Bildern buchstäblich überflutet und wären kaum in der Lage, uns auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren! Unser Gehirn räumt also für uns unermüdlich auf; es sortiert im Schlaf (wenn Sie träumen) die Erinnerungen dorthin, wo sie hingehören, damit sie uns im Alltag nicht unnötig belasten. Somit bleibt der Kopf frei für die Anforderungen der Gegenwart. Dennoch sind es unsere gemachten Erfahrungen, die uns „lenken“, auf ihnen basierend treffen wir unsere täglichen Entscheidungen.

Kindheitserfahrungen

Wurde beispielsweise ein Kind in einem sehr strengen Elternhaus erzogen und konnte sein natürliches Potenzial und seine Begabungen nicht frei entfalten. So wird es als erwachsener Mensch in der Regel dieses (hinderliche) Verhalten auch in sein weiteres Leben mitnehmen und einbauen, wo es einer freien Entfaltung weiterhin im Wege steht.

Ist man als Kind sehr häufig negativen Bemerkungen ausgesetzt gewesen („Du kannst ja sowieso nichts!“, oder „Dafür bist Du offenbar zu dumm!“), dann hat man das irgendwann für sich so angenommen und akzeptiert. Gibt es dann doch einmal von anderer Seite Lob oder positive Worte, fällt es Menschen mit dieser negativen Erfahrung meist sehr schwer, das Positive anzunehmen. Das verletzte Selbstwertgefühl des Kindes spielt somit auch im Erwachsenenalter noch eine immense Rolle. Hier kann Hypnose ansetzen und dabei helfen, sich endlich selbst als positiv und liebenswert zu erachten – durch Umprogrammierung der körpereigenen Festplatte „Gehirn“.

Was Hypnose nicht ist

Wenn Sie einen älteren Film oder einen Thriller schauen, in dem Hypnose als Teil der Handlung vorkommt, so werden Sie bestimmt bemerkt haben, dass sich Hypnose hier in vielen Fällen so darstellt, dass der Hypnotisierte buchstäblich zur willenlosen Marionette wird. Ein einfaches Fingerschnipsen oder nur das Nennen eines Codewortes reicht im Film tatsächlich aus, um Menschen aus- und einzuschalten sowie Missetaten begehen zu lassen. Manche TV-Sender strahlen zur Unterhaltung sogenannte „Hypnose-Shows“ aus, in denen Menschen einfach nur auf Zuruf oder Fingerschnipp in tiefste Trance fallen … Mit seriöser Hypnose hat dies nicht viel zu tun.

Was Hypnose wirklich vermag

Hypnose kann viele Prozesse im menschlichen Körper beeinflussen und findet heute vermehrt Anwendung im therapeutischen Bereich. Beispiel Schmerzempfinden, so kommt Hypnose immer häufiger in modernen Zahnarztpraxen zum Einsatz, denn mit ihrer Hilfe kann das Schmerzempfinden drastisch heruntergefahren werden. Auf die gefürchtete Spritze kann oftmals sogar ganz verzichtet werden.

Gute Dienste leistet Hypnose zudem, wenn sie in der Suchttherapie zum Einsatz kommt. Hier wirkt sie unterstützend bei der Entwöhnung von Alkohol und Nikotin, aber auch in der Drogentherapie und bei Arzneimittel-Abusus. Weitere Anwendungsmöglichkeiten finden sich in der Entbindungsmedizin und zur Unterstützung in der Krebsmedizin.

Hypnose und Trance

Über die Hypnose wird ein Zustand zwischen Schlaf- und Wachbewusstsein hervorgerufen, der als Trance bezeichnet wird. Im Zustand normalen Bewusstseins nehmen Sie viele Reize gleichzeitig wahr, z.B. Gespräche, Musik aus dem Radio, einen Windhauch auf der Haut, Kälte oder Wärme, den Zuruf Ihrer Kinder; gleichzeitig erstellen Sie eine To-Do-Liste, trinken dabei Kaffee oder Tee und planen den weiteren Tagesverlauf. Ihre Sinne sind also weit gestreut. Befinden Sie sich in Trance, so blenden Sie mit Hilfe von Hypnose alle weiteren Wahrnehmungen aus und konzentrieren sich nur auf eine bestimmte Vorstellung.

In der Trance sind Sie also ganz in sich selbst versunken und klammern alles Weitere um sich herum völlig aus, Sie lassen es regelrecht „verschwinden “.

Sie sind skeptisch?

„Mich kann man aber nicht hypnotisieren“, gehören Sie zu den Menschen, die davon überzeugt sind? Nun, in der Regel befindet sich jeder Mensch sogar mehrmals täglich in einem mesmerisierenden Zustand der Trance und „schaltet komplett ab“. Denken Sie nur an Ihr letztes spannendes Buch, das sie gelesen haben. Oder als Ihnen eine Arbeit soviel Spaß gemacht hat, dass Sie komplett mit der Tätigkeit „verschmolzen“ und in den „Flow“ geraten sind. Zur Trance zählt auch der Tagtraum … oder erinnern Sie sich an Ihre letzte Bahnreise! Dieses rhythmisch monotone, stets wiederkehrende Geräusch des Zuges, wenn er gleichmäßig über die Gleise rollt.

Völlig selbstvergessen

In einer Art Trance befinden Sie sich, wenn Sie einen packenden und mitreißenden Film im Kino oder Fernsehen verfolgen. Wenn sich Ihr Fokus gänzlich auf das spannende Geschehen richtet, sie also quasi „mitspielen“ und die Außenwelt dabei gänzlich ausblenden. Sind Sie spirituell unterwegs, so ist an dieser Stelle z. B. das intensive Gebet zu nennen. Sie können sich mit einer Sache so sehr beschäftigen, dass sie dabei auf eine völlig andere Bewusstseinsebene geraten und alles um sich herum vergessen. Kinder sind hierin wahre Meister!

Auf den Punkt gebracht

Was also genau ist Hypnose? Hypnose ist nichts weiter als das Hervorrufen von konzentriertem Bewusstsein, sich also einer Situation und einem Gefühl aus der Vergangenheit bewusst zu werden, es zu suchen und zu finden, hervorzuholen und bei Bedarf therapeutisch zu bearbeiten – und zu verarbeiten (durch z. B. Verhaltenstherapie oder „Umprogrammierung“). Mithilfe des Trance-Zustandes haben Sie die Möglichkeit, festgefahrenen und hinderlichen Denkmustern des Alltags zu entfliehen und zu neuen Sichtweisen und neuer Lebensqualität zu finden. Auf diese Weise erweitern Sie Ihr Bewusstsein, öffnen sich neuen Ideen und erleben eine neue Qualität von Denken und Fühlen.

Hypnose in der Psycho-Therapie

Eine spannende Einsatzmöglichkeit bietet die bereits zuvor genannte Verhaltenstherapie, unter Zuhilfenahme von Hypnose kann der Therapeut seinen Patienten ermöglichen, bestimmte vergangene Situationen noch einmal zu visualisieren und zu durchlaufen, z. B. bei Angstzuständen oder Panikattacken. Kommt der Patient wieder in eine vergleichbare Situation, so kann er mit einer Verhaltenstherapie sein konditioniertes Verhaltensmuster hinterfragen und idealerweise künftig mutiger und selbstbewusster reagieren. Durch die Sitzung in der Verhaltenstherapie „übt“ man quasi ein neues Verhalten im geschützten Bereich des Therapieraumes, bevor man dieses dann in der Realität anwendet.

Sie sehen, Hypnose hat also nichts mit der Programmierung „willenloser Wesen“ zu tun. Im Gegenteil, sie ist ein wertvolles Instrument im gesundheitlichen Bereich und ermöglicht Ihnen, neue Wege zu gehen. Dank ihrem Einsatz können Therapien entwickelt sowie heilende Maßnahmen möglicht werden, von der hypnotischen Analyse über die Psychotherapie bis hin zur gezielten (und chemiefreien) Schmerzmedizin.

Einige Anwendungsbeispiele für Hypnose

Im medizinischen Bereich:

  • Bei körperlichen und psychischen Problemen sowie Schmerzen
  • Zur Entwöhnung von Alkohol und Nikotin sowie in der Drogentherapie
  • In der Schlafmedizin – für besseres Ein- und Durchschlafen
  • Geburtshypnose für werdende Mütter
  • In der Zahnmedizin, insbesondere bei Angstpatienten
  • In der begleitenden Vor- und Nachsorge bei Operationen
  • Zum Aktivieren von Selbstheilungskräften sowie dem Erhalt der Gesundheit
  • In der Krebstherapie

Im psychologischen Bereich

  • Bei der Bewältigung von Stress
  • Bei psychischen Problemen (z. B. Panikattacken, Angstzustände, Zwangserkrankungen oder posttraumatische Belastungsstörungen)
  • Zur Förderung von Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Zum Korrigieren schlechter Gewohnheiten sowie zur Hilfe bei nervösen Tics
  • Zur Verbesserung von Körpergefühl sowie Sinneswahrnehmung

Im Bereich Lernförderung

  • Zum Gedächtnistraining und Steigerung der Konzentration
  • Zur Leistungssteigerung – körperlich wie mental
  • Für ein verbessertes und effektives Lernen von Fremdsprachen
  • Bei Prüfungsängsten – als Entspannungshilfe sowie zum Abrufen von Wissen
  • Zur Motivationssteigerung in der Schule, der Universität und im Berufsleben
Zusammenfassend

Dank Hypnose ist es Menschen heute möglich, angstfrei zu ihrem Zahnarzttermin zu gehen. Viele Menschen werden unerwünschte Konditionierungen aus ihren Kindheitstagen los und erleben eine völlig neue Lebensqualität. Sie können dank Hypnose einfacher mit dem Rauchen aufhören oder Zwangsstörungen in den Griff bekommen. Da sehr viele Erkrankungen (z. B. Adipositas, Asthma, chronische Schmerzerkrankungen, Reizdarm, etc.) psychosomatischer Natur sind, kann man aufgrund des Zusammenspiels von Seele und Körper sagen: Was der Psyche hilft, hilft auch dem Körper. Bleiben Sie gesund und gehen Sie gut mit sich um.

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