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Verlängern Aufgaben und Gebrauchtwerden das Leben?

Aufgaben und Gebrauchtwerden verlängern das Leben. Wer in einem guten sozialen Netz lebt und Kinder sowie gute Freunde hat, lebt nachweislich länger! Doch warum ist das so? Vermutlich mag unsere soziale, menschliche Spezies das Erledigen von Aufgaben; wir lieben es, Dinge abzuarbeiten und Gutes zu tun – sehr gerne auch für andere. In der Regel haben wir ja in unseren Familien immer irgendetwas zu tun! Besonders Großeltern sind an dieser Stelle einfach unentbehrlich, wenn es darum geht, die junge Familie zu entlasten. Zurück kommt dafür im Normalfall eine Belohnung, nämlich das schöne Gefühl, gebraucht zu werden! Doch nicht nur Familien – auch Freunde unterstützen sich gerne gegenseitig. Es tut in jedem Fall gut, etwas für andere zu tun und nicht zuletzt liegt dies in unserer ureigenen Natur begründet. Menschen, die in einem guten sozialen Netz eingebunden sind, leben in der Regel länger. Man kann also durchaus sagen, dass Aufgaben und Gebrauchtwerden das Leben verlängern!

Kinder, Kinder!

Auch wenn Sie es sich kaum vorstellen können, etwa, wenn Sie sich gerade die Nächte mit ihrem weinenden Baby im Arm um die Ohren schlagen, weil es unter schmerzhaften Blähungen leidet… Auch, wenn Sie gerade todmüde sind: Wenn Sie eine Familie haben, leben Sie nachweislich länger – zu diesem Ergebnis kam eine schwedische Studie!

Ein schwedisches Forscherteam wollte wissen, wieso Eltern länger als kinderlose Menschen leben, und hat die Lebenszeit von insgesamt 1,4 Millionen Männern und Frauen in Schweden untersucht. Die Versuchsteilnehmer kamen zwischen 1911 und 1925 auf die Welt, untersucht wurde ihre Lebensspanne ab dem 60. Lebensjahr – bis zu ihrem Lebensende. Das Ergebnis: Wer mindestens ein Kind hatte, konnte im Durchschnitt zwei Jahre länger leben, als seine kinderlosen Altersgenossen. Doch wieso ist das so?

Jungbrunnen Geborgenheit

Die Forscher vermuteten, dass es für ältere Menschen lebensverlängernd wirkt, wenn sie jemanden um sich wissen, bei dem sie sich aufgehoben fühlen. Jemand, der sich um einen kümmert; jemand, dem man etwas bedeutet. Dies ist zumeist auch mit Aufgaben verbunden, beispielsweise mit großelterlichen Aufgaben. Können sich Menschen etwa praktisch und emotional um Enkelkinder kümmern, ist dies sehr sinnstiftend – man fühlt sich gebraucht und nimmt Anteil am Leben der jungen Familie! Hinzu kommt das Phänomen, dass Eltern, deren Familien maximal 50 km entfernt wohnen, noch einmal eine höhere Lebenserwartung haben als jene Eltern, deren Kinder weiter weg von ihnen wohnen!

Es sind tatsächlich also die Aufgaben, das Gebrauchtwerden, welches unser Leben verlängert.

Doch was machen Menschen, die keine Kinder haben?

Vielleicht können Sie dann als Tante oder Onkel das Familienleben genießen? Doch auch, wenn Sie keine Kinder oder Familie haben – in einem guten sozialen Netz können Sie Ihren Platz finden, um glücklich und lange zu leben. So gibt es auch die Möglichkeit, in einem Mehrgenerationenhaus zu leben – mit Familien unter einem Dach. Viele Senioren lieben es, Kindern und Jugendlichen, mit denen sie gar nicht verwandt sind, bei den Hausaufgaben zu helfen oder für sie zu kochen, während die Eltern noch arbeiten!

Einsamkeit macht unglücklich

Sicherlich fühlt sich jeder hin und wieder einmal einsam, aber dann ist es wichtig, dagegen anzugehen. Etwas zu unternehmen; sich verabreden oder völlig neue Wege zu gehen. Man kann sich einer Interessensgruppe anschließen, im Chor singen, gemeinsam Hobbies teilen, etc. Wenn die Einsamkeit zum Dauerzustand wird, lebt man ungesund und wird dies u. U. auch spüren – mit einer verkürzten Lebenspanne. Auch hier wurde geforscht und es gab weltweit knapp 150 Studien, die allesamt belegen konnten: Einsamkeit schadet! Und zwar vergleichbar mit Rauchen oder starkem Übergewicht!

Nun fühlen sich nicht alle Menschen, die alleine sind, einsam! Sicherlich gibt es unter uns auch einige Exemplare, welche das Alleinsein sehr schätzen. Doch wenn das Gefühl der Einsamkeit belastend wirkt, dann wird es gefährlich. Gefühlte Einsamkeit stresst, das Immunsystem wandert in den Keller, die Entzündungswerte steigen an. Um sich zu trösten, werden Süßigkeiten sowie Kohlenhydrate (im schlimmsten Fall Zigaretten oder Alkohol!) konsumiert. Wer einsam ist, bekommt schnell das Gefühl, dass niemand ihn braucht, niemand ihn vermisst. Und genau das ist es, was krank macht und lebensverkürzend wirkt!

Unser Bedürfnis nach sozialen Beziehungen, wie Familie und Freunde, ist ein zutiefst menschliches Grundbedürfnis und entspricht unserer Natur, vergleichbar mit Essen, Trinken und Schlafen. Wer unter Einsamkeit leidet, ist damit chronischem Stress ausgesetzt und trägt ein höheres Risiko, zu sterben – und zwar um knapp 30 Prozent!

Viele Menschen ab 65 fühlen sich sehr einsam, meist dann, wenn das Berufsleben vorbei ist. Mit dem Eintritt ins Rentenalter verliert man in der Regel seine sozialen Kontakte im Arbeitsleben. Hat man sich zuvor auch gewünscht, endlich nicht mehr zeitig aufstehen und zur Arbeit gehen zu müssen, so fallen viele Menschen um die 65 in ein tiefes Loch.

Was können Sie tun, wenn Sie sich einsam fühlen?

Ich würde am liebsten sagen: „Ganz einfach…“ aber ganz so einfach ist es zunächst natürlich nicht. Dennoch: Trauen Sie sich etwas zu und erweitern Sie Ihren Aktionsradius! Bewegen Sie sich in kleinen Schritten wieder auf die Menschen zu, beispielsweise bei einem Plausch im Treppenhaus. Oder schwatzen Sie mit der Dame an der Supermarktkasse, früher oder später heben Sie sich aus der grauen Masse heraus und man erkennt Sie als Stammkunden! Ein einfaches kleines Gespräch reicht schon aus, um positive Reaktionen zu erhalten und sich besser zu fühlen.

Werden Sie aktiv

Suchen Sie etwas, das Sie mit anderen Menschen verbindet. Singen Sie im Chor, besuchen Sie einen Volkshochschulkurs, suchen Sie sich einen Verein. Übernehmen Sie ein Ehrenamt – und wenn Sie noch einmal etwas wagen möchten: Machen Sie ein Bundesfreiwilligenjahr! Sie können dies auch in Teilzeit tun, z. B. in einer caritativen Einrichtung. Sie werden sich ganz schnell wieder gebraucht fühlen und neue Kontakte knüpfen können! Im Bufdi gibt es übrigens keine Altersgrenze nach oben und Sie erleben wieder Wertschätzung!

Optimismus

Gehen Sie optimistisch durchs Leben und erwarten Sie das Beste. Denken Sie positiv und strahlen Sie diese Hoffnung auch aus.

Gerade jetzt in der kalten und dunklen Jahreszeit geht man weniger raus. Sitzt man im Sommer gerne im Straßencafé und genießt seinen Cappuccino unter freiem Himmel, zieht man sich jetzt eher in die eigenen vier Wände zurück. Doch auch im Herbst und im Winter können Sie aktiv werden. Vielleicht spielen Sie schon lange mit dem Gedanken, sich einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim zu holen? Auch das ist ein guter Ansatz. Entscheiden Sie sich für einen Hund, werden Sie zudem beim Gassigehen immer mit anderen Hundebesitzern ins Gespräch kommen. Durch Ihren Vierbeiner erhalten Sie in jedem Fall neue Aufgaben – Sie werden gebraucht!

Ein soziales Netzwerk kann man sich jederzeit aufbauen, man braucht hierfür nur ein bisschen Mut! 😊

Machen Sie es gut – bis zum nächsten Mal!

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