Frau genießt Sonne auf einer Bank

Ein neuer Lebensabschnitt – keine Angst vor den Wechseljahren!

Der Begriff Wechseljahre (auch „Klimakterium“ oder „Menopause“) umschreibt ein natürliches und wichtiges Zeitfenster im Leben einer Frau. Der Körper produziert weniger Sexualhormone, die Fähigkeit zur Fortpflanzung bildet sich allmählich zurück. Einige Frauen sehen dieser Zeit mit einer gewissen Traurigkeit entgegen und empfinden einen Verlust, denn die Zeit, auf natürlichem Wege Kinder zu bekommen, gehört bald zur Vergangenheit. Andere Frauen wiederum empfinden die Wechseljahre als Befreiung, denn auch das häufig beklagte monatliche Unwohlsein und die Regelblutungen stellen sich (endlich) ein. Sie betrachten ihre weiteren Jahre als einen neuen Lebensabschnitt und haben keine Angst vor den Wechseljahren.

Viele Frauen jedoch berichten auch von Energieverlust, von Schlafstörungen, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen. Manche Frauen werden depressiv. Doch nicht alle Frauen in ihren Wechseljahren leiden unter Beschwerden, so ist der Begriff „Klimakterium“ im asiatischen Raum nahezu unbekannt. Doch wie kommt dies?

Westliche Lebensweise

Es ist nicht zuletzt unserem westlichen (und sehr hektischen) Lebensstil geschuldet. Vergleichen wir unsere Lebensweise mit der Lebensweise in Asien, so belasten wir Europäer unseren Körper deutlich mehr. Beispielsweise durch eine säureüberschüssige Ernährung (Zucker, Weißmehl, rotes Fleisch, etc.) – aber auch durch die Einnahme von Hormonpräparaten sowie der Einstellung zur Weiblichkeit. Durch unterschiedliche Faktoren psychischer und physischer Belastung verschlackt der Körper schließlich. Die reinigende Monatsblutung fällt aus, Stoffwechselschlacken verbleiben im Körper und führen zu Entzündungsprozessen und damit zu Beschwerden.

Über das größte Entgiftungsorgan – über die Haut – versucht der Körper, durch Hitzewallungen und den damit verbundenen Schweißausbrüchen, Schlacken loszuwerden. Meist ist in diesen Prozess der ganze Körper eingebunden, viele Frauen bemerken dies durch Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen.

Die Zeit der Wechseljahre ist eine Zeit des Umbruchs, des Wandels – und bringt tiefgehende Veränderungen mit sich, denen Sie jedoch proaktiv begegnen können! Ihr Ziel ist hierbei, Ihren Körper und Ihre Gesundheit wieder in Einklang zu bringen. Haben Sie bislang nicht ganz so gesund gelebt, so ist es spätestens jetzt an der Zeit, Ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten neu zu ordnen. Sie ggf. zu verändern! Ein Einstieg in eine gesunde Ernährung mit viel gesunder Frischkost wäre ein idealer Beginn!

Vielleicht bemerken Sie auch, dass Sie einige Lebensmittel, die Sie früher gerne gegessen haben und regelrecht hätten „verschlingen“ können, inzwischen nicht mehr mögen? Möglicherweise auch nicht mehr vertragen? In jedem Fall macht es Sinn, auf Ihren Körper zu hören und das wegzulassen, was er offenbar ablehnt.

Die Phasen der Menopause

Die Zeitspanne der Menopause ist von verschiedenen Gegebenheiten abhängig, die Dauer schwank von Frau zu Frau und beträgt meist zwischen 10 und 15 Jahren.

Die Wechseljahre teilen sich in drei Phasen auf. Zunächst beginnt eine langsame Veränderung im Hormonhaushalt, die bislang bekannte Qualität der Monatsblutung verändert sich und kann schwanken. Sie kann mitunter auch ganz wegbleiben. In dieser Phase sind häufig Gefühlsschwankungen bemerkbar. Manche Frauen machen in dieser Zeit quasi einen inneren „Kassensturz“, sie reflektieren ihr Leben und sortieren es neu.

Im zweiten Abschnitt ist der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken erschöpft, der Eisprung bleibt aus. Die Produktion von Östrogen und Progesteron nimmt ab, es kommt zu einem hormonellen Ungleichgewicht. Oft wird dies begleitet von einem emotionalen Wechselbad, welches großen Einfluss auf das körperliche und seelische Wohlbefinden nimmt!

Die Hormonschwankungen können immens sein, tatsächlich vergleichbar mit den Stimmungsschwankungen in der Pubertät! In diesem zweiten Abschnitt nun kommt es vermehrt zu heftigen und manchmal langanhaltenden Hitzewallungen – verbunden mit schlaflosen Nächten, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen.

Die dritte Phase schließlich läutet das Ende des Klimakteriums ein. Der Körper hat sich an die neue Hormonsituation anpassen können und kommt damit nach und nach immer besser klar. Die Beschwerden nehmen schließlich ab.

Natürliche Maßnahmen bei  Hitzewallungen

Tatsächlich ist es möglich, durch natürliche Maßnahmen die Beschwerden in dieser Umbruchszeit deutlich zu verringern. Nachstehende Tipps können Ihnen hilfreich sein:

Versuchen Sie, Stress zu vermeiden

Durch Stress können Hitzewallungen deutlich stärker ausgeprägt erscheinen! Sicherlich ist es nicht möglich, jede Art von Stress zu vermeiden, erst recht nicht in unserem heutigen Berufsalltag. Doch wann immer es Ihnen möglich ist, versuchen Sie, sich zu entspannen! Nutzen Sie hierzu Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation, autogenes Training, etc. Versuchen Sie es einmal mit Hormon-Yoga, einer speziellen Yoga-Methode, mit der es möglich ist, das endokrine Hormonsystem auszugleichen.

Reflektieren Sie und überdenken Sie Ihre Einstellung

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern beschreiben die hormonelle Umstellungsphase im Leben jeder Frau. Je nach Individuum kann sie leichter oder stärker erfahren werden. Wenn Sie sich in dieser Zeit lebensbejahend und positiv fühlen und stets optimistisch bleiben, so wirkt sich dies auf Ihr ganzes Befinden aus. Begegnen Sie den kommenden Veränderungen positiv und begrüßen Sie diesen neuen Lebensabschnitt. Er gehört (zu) Ihnen und schenkt Ihnen die Möglichkeit, sich noch einmal selbst ganz neu zu erfinden.

Akzeptieren Sie Schlafstörungen

Gerade nachts, wenn Sie durch eine Hitzewallung geweckt werden, kann es vorkommen, dass Ihr Gehirn anfängt, zu grübeln. Manche Frauen schlafen in dieser Zeit gerne vor dem Fernseher (und können nicht mehr schlafen, sobald sie ihn ausgeschaltet haben!) Um die nötige Bettschwere zu erreichen, hilft es nicht, stundenlang wach im Bett zu liegen! Hier kann ein heißes Fußbad helfen, ein warmer Tee mit etwas Honig. Aber auch das Lesen eines Buches oder einer Zeitschrift. Das Handy im Bett jedoch ist keine gute Idee, denn das Licht des Screens hält wach… Manchmal hilft es auch, das Fenster zu kippen – denn frischer Sauerstoff im Schlafgemach kann herrlich müde machen. (Hier empfiehlt sich dann ein Fliegengitter gegen nächtliche Blutsauger, wie etwa Mücken)

Hilft dies nur wenig, können sie zu natürlichen Einschlafhilfen greifen, wie etwa Baldrian und Hopfen. Aber auch Passionsblume, Melisse und Orangenblüten sind empfehlenswert. Ein schöner Rooibos-Tee mit etwas Milch genossen kann auch wohltuend wirken. Hilft am Ende alles nichts: Stehen Sie am besten auf und erledigen Sie ein paar Arbeiten. Gerade wenn die Welt schläft, ist es schön, von der Stille zu profitieren und Dinge zu erledigen, zu denen man sonst eher nicht kommt. Etwa Briefe schreiben, Papiere sortieren, etc.

Was tun bei nächtlichen Hitzewallungen?

Gerade in der Nacht werden viele Frauen von Schweißausbrüchen geweckt. Ihr Körper muss sich erst einpendeln. Damit die Nacht dennoch entspannend wird, können Sie bereits im Vorfeld einiges tun.

  • Vor dem Zubettgehen das Schlafzimmer gut lüften.
  • Ihr Schlafzimmer sollte nicht zu warm und nicht zu kalt sein.
  • Genießen Sie, wenn möglich, vor dem Zubettgehen ein schönes warmes Vollbad oder eine heiße Dusche.
  • Schlafen Sie in einem Sleep-Shirt aus schweißaufsaugender Baumwolle und legen Sie sich für alle Fälle noch 2 Shirts unters Kopfkissen oder auf den Nachttisch, um ihr verschwitztes Sleep-Shirt schnell wechseln zu können.
  • Hilfreich ist auch, ein klassisches Bettlaken aus Linon unter die Zudecke zu legen, welches Sie schnell aus dem Bett hinausbugsieren können, wenn die Hitzewallung besonders stark gewesen ist.
Der Klassiker: Bewegung!

Treiben Sie Sport und geraten Sie ins Schwitzen! Ein Hometrainer kann hierbei eine gute Idee sein, um sich beim Spinning so richtig auszutoben. Treiben Sie nämlich regelmäßig Sport und ermöglichen Sie Ihrem Körper dabei, so richtig ins Schwitzen zu kommen, kann es geschehen, dass sich die Hitzewallungen abmildern oder ganz ausbleiben.

Eine weitere Möglichkeit bieten Ihnen Saunagänge und Wechselduschen.

Werden Sie Detektivin – spüren Sie auslösende Faktoren auf!

Wie zu Anfang bereits angesprochen, können zum Beispiel einige Lebensmittel, die Sie früher gut vertragen haben, in den Wechseljahren zu Problemen führen. Dies können sein: Koffein, Alkohol (manche Frauen vertragen keinen Wein mehr), Knoblauch, Zwiebeln, Hülsenfrüchte, Milch, Schokolade, Nüsse, etc. Was Sie tun können – Sie können eine Art Tagebuch beginnen. Wenn Ihnen Ihre Hitzewallungen besonders stark begegnen, können Sie notieren, was sie an diesem Tag gegessen haben – und ausprobieren, ob die Hitzewallungen milder werden, wenn Sie auf das spezielle Lebensmittel verzichten. Notieren Sie auch, welcher Art von Stress Sie an jenem Tag ausgesetzt gewesen sind. Anhand Ihrer niedergeschriebenen Beobachtungen können Sie Ihre Schlüsse ziehen und evtl. dem Auslöser starker Hitzewallungen auf die Spur kommen!

Entsäuerung

Durch die monatliche Blutung war der weibliche Körper in der Lage, sich regelmäßig von vorhandenen Säuren zu befreien. Mit der Menopause fällt diese natürliche Reinigung weg, der Körper versucht, Säuren und Schlacken über Hitzewallungen in Form von Schweißausbrüchen loszuwerden. Sie können Ihren Körper unterstützen und sich nach Möglichkeit basisch ernähren. Lesen Sie hierzu gerne auch den Blog Säure-Basen-Haushalt. Sie können vorab eine intensive Entsäuerungskur machen – schnell werden Sie bemerken, dass eine Reduzierung der Säuren im Körper Wechseljahresbeschwerden abmildert – und zudem Entzündungen entgegenwirkt!

Natürliche Maßnahmen zum Einnehmen

Trinken Sie Salbeitee

Wenn Sie während Ihrer Wechseljahre Salbeitee genießen, finden Sie sanft in Ihre Mitte zurück. Salbeitee wirkt schweißhemmend und stärkt Ihre Nerven. Zwei Tassen über den Tag schluckweise getrunken sind die beste Dosierung.

Mönchspfeffer-Tee

Auch mit Mönchspfeffer-Tee können Sie auf natürliche Weise Ihre Wechseljahresbeschwerden lindern!  Denn Mönchspfeffer ist ein Allrounder; er hilft bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen, aber auch bei Schlafstörungen, Reizbarkeit und Brustspannen. Mönchspfeffer kann zudem im Körper die Produktion von Östrogen anregen und wirkt damit ausgleichend auf Ihren Hormonhaushalt! Ein Versuch lohnt sich in jedem Fall!

Rotklee kann Hitzewallungen lindern

Rotklee enthält Isoflavone, die aufgrund ihres chemischen Aufbaus Östrogenen sehr ähnlich sind. Eine wirkungsvolle Zusammensetzung gleich vier verschiedener Isoflavone finden sich im Rotklee, welcher häufig als Nahrungsergänzung bei Hitzewallungen empfohlen wird.

Wenn Sie es kernig mögen: Granatapfel

In den Kernen des Granatapfels sind sogenannte Phytoöstrogene enthalten, welche dabei helfen können, Beschwerden in den Wechseljahren zu lindern. Sie können die frischen, vitaminreichen Granatäpfel genießen, aber auch Granatapfelkern-Öl versuchen. Gegen Hitzewallungen scheint die Frucht weniger zu helfen, dafür kann eine wirklich deutliche Verbesserung des Nachtschlafs beschrieben werden!

Last but not least: Mexican Wild Yam gegen Hitzewallungen

Tipp: Versuchen Sie es auch ruhig einmal mit der Yams-Wurzel – Sie hilft gegen Hitzewallungen und wirkt dabei ausgleichend und harmonisierend! Ihr faszinierender Wirkstoffkomplex entfaltet schon nach einer kurzen Einnahmezeit seine Wirkung – physisch wie auch psychisch. Da aufgrund der Hormonumstellung mit der Zeit leider auch die Knochendichte nachlassen kann, bleibt hierzu noch zusagen: Yams-Wurzel kann den Körper dabei hilfreich unterstützen, die Knochendichte wieder zu erhöhen!

Die Quintessenz:

Betrachten Sie es doch wie folgt: Ihr Körper hat hervorragende Arbeit geleistet. Die Zeit der Lebensmitte deutet nun darauf hin, dass etwas Neues beginnt – ein neuer Lebensabschnitt sich seinen Weg bahnt. Sie können sich selbst neu erfinden und buchstäblich ein weiteres spannendes Kapitel im Buch Ihres eigenen Lebens schreiben. Wahrscheinlich sind Ihre Kinder schon erwachsen; viele Dinge, die Sie früher aus der Ruhe gebracht haben, nehmen Sie heute gelassener hin. Sie lassen sich kein X mehr für ein U vormachen und wissen, was Sie möchten. Sie nehmen beherzt am Leben teil und stehen mit beiden Beinen geerdet mittendrin! Wir alle werden älter und auch reifer, das Leben ist ein stetiger Entwicklungsprozess. Wenn es Ihnen gelingt, diese Entwicklung und die damit einhergehenden Veränderungen positiv anzunehmen und diesen neuen Lebensabschnitt zu bejahen, dann werden Sie eine angenehme und auch erkenntnisreiche Menopause durch- und erleben. Beginnen Sie gleichzeitig etwas Neues, reisen Sie, lernen Sie eine neue Sprache, starten Sie gegebenenfalls beruflich noch einmal neu durch. Das Leben hält auch für ältere Semester unglaublich viele schöne Abenteuer und Entdeckungen bereit – bleiben Sie stets neugierig aufs Leben – und bleiben Sie gesund! Genießen Sie diesen neuen Lebensabschnitt – und haben Sie keine Angst vor den Wechseljahren.

Bis zum nächsten Mal 😊

Menü